Zinskommentar Januar 2015 – EZB sorgt weiter für niedrige Baufinanzierungszinsen

baufinanzierung marktlage

Im Dezember hat die EZB die Wachstumsaussichten und Inflationsrate in der Eurozone nach unten korrigiert und den Ausblick auf 2015 kurzfristig verändert. Aktuell rechnet die Zentralbank mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 0,7 – nicht wie erwartet um 1,2 Prozent. Das Wirtschaftswachstum war ursprünglich für 2015 mit 1,6 Prozent angegeben, wird anhand aktueller Berechnungen und Prognosen aber lediglich 1 Prozent betragen. Doch nicht nur 2015, sondern auch 2016 soll weiter im Zeichen der schwächelnden Wirtschaft stehen und kommt mit abgesenkten Prognosen.

Konflikte und Krisen mit einflussnehmender Wirkung
Der primäre Fokus lenkt sich derzeit auf die anstehenden Wahlen in Griechenland, sowie den vielfach diskutierten Austritt der Griechen aus der Eurozone. Aber auch die Ukraine zeigt sich mit Besorgnis erregender Tendenz, da ein Ende der Krise derzeit nicht in Aussicht steht.
In der Preisstabilität hat sich die EZB mit ihrer Schätzung der Teuerungsrate enorm verschätzt, denn die fallenden Ölpreise und das schwache Wirtschaftswachstum halten die Teuerung zurück und sorgten für einen Rückgang der Verbraucherpreise. Derzeit denkt die EZB massiv über den Ankauf von Staatsanleihen nach, deren Pro oder Kontra am 22.01.2015 in der Ratssitzung beschlossen wird. Der Finanzmarkt blickt mit einer gesunden Skepsis auf diese Worte und befürchtet einen weiteren Abstieg der eh schon niedrigen Renditen. Der Ankauf von Staatsanleihen würde sich auf die Renditen für Pfandbriefe, aber auch auf die Zinsen für Baufinanzierungen auswirken. Es stellt sich die Frage, ob die EZB Maßnahmen im Kapitalmarkt bereits verrechnet wurden, denn seitdem auf den Ankauf von Staatsanleihen gedrängt wird, sind die Renditen enorm gefallen.

Schwankungen auf den Zinsmärkten irritieren
Während Deutschland und die Eurozone weiter zittert und mit starken Schwankungen auf dem Zinsmarkt leben muss, ist in den USA von einer Wende der Geldpolitik zur Jahresmitte die Rede.
Immobilienkäufer mit dem Fokus auf eine Finanzierung können immer noch günstig investieren, denn die Zinsen sind seit Dezember für Verträge mit zehnjähriger Zinsfestschreibung auf rund 1,30 Prozent gesunken. Sparer sind weiter die Leidtragenden, da die Verzinsung von Sparguthaben aktuell nicht einmal die Inflation aufwertet und sich das Geld auf der Bank dementsprechend minimiert. Wer in Immobilien investiert, sollte die aktuelle Gelegenheit nutzen und sich vor allem auf Baufinanzierungen mit langer Laufzeit und Flexibilität im Vertrag entscheiden. Auch Volltilgungsdarlehen sind im Kommen und bieten sich anhand der günstigen Bauzinsen optimal an. Wer noch nicht über die empfohlene Eigenkapitalquote von 20 bis 30 Prozent verfügt, muss bei diesen Konditionen trotzdem nicht auf das Eigenheim verzichten und kann die niedrigen Zinsen als großen Vorteil betrachten. Jedoch muss bei höheren Beleihungswerten  mit erhöhten Zinskosten kalkuliert werden und auch die Anforderungen an die Bonität des Kunden nehmen zu. Deshalb sollte im Vorfeld auf jeden Fall geprüft werden, ob die Zinsrate langfristig getragen werden kann. Denn irgendwann werden die Zinsen auch wieder ansteigen.

Tendenz:
kurzfristig: sinkend
mittelfristig: seitwärts schwankend

Zinsentwicklung über ein Jahrmehr Informationen über FMH

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