Für die Deutschen ist der Traum vom eigenen Zuhause nach wie vor groß

Haus

Die neueste „Wohntraumstudie“ von Interhyp hat 2.100 repräsentativ ausgewählte Personen zu ihrer aktuellen Wohnsituation sowie ihren Wünschen und Bedürfnissen rund ums Wohnen befragt. Hier sind wichtige Erkenntnisse für Sie zusammengestellt. Die Ergebnisse zeigen: Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist nach wie vor groß – und bei den Vorstellungen zum künftigen Eigenheim zeigen sich die meisten Befragten durchaus kompromissbereit.

Das schöne Zuhause: Wunsch und Wirklichkeit
Ein schönes Zuhause steht für die Deutschen ganz weit oben auf der Wunschliste: 97 Prozent der Befragten halten dies für wichtig oder sehr wichtig in ihrem Leben. Nur die Gesundheit hat eine noch größere Bedeutung. Fast alle Studienteilnehmer legen Wert auf ein behagliches Wohngefühl in guter Lage, idealerweise mit Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe und einem schönen Blick ins Freie. Sechs von zehn Befragten würden gerne in einem frei stehenden Einfamilienhaus leben, weitere 18 Prozent bevorzugen ein Reihen- oder Doppelhaus. Nur 17 Prozent streben nach einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus.

Motive zur Schaffung von Wohneigentum

Doch die Realität zeigt ein anderes Bild: Während fast zwei Drittel der Befragten in einer Wohnung leben, hat es nur jeder Vierte zu einem frei stehenden Einfamilienhaus gebracht. Diese Diskrepanz lässt indes den meisten keine grauen Haare wachsen: Gut 80 Prozent der Bundesbürger sind insgesamt zufrieden mit ihrer Wohnsituation. Darüber zeigt sich ein großer Teil der Befragten bereit, bei der Umsetzung des Traums von den eigenen vier Wänden Kompromisse einzugehen. 60 Prozent würden Abstriche bei Wohnfläche, Wertigkeit der Ausstattung, Bauweise und Raumaufteilung machen, damit die Immobilie finanzierbar wird.

Nutzwert ist wichtiger als Luxus
Wenn es um die Ausstattung des Eigenheims geht, sind die Bundesbürger eher dem Nutzwert als dem Luxus zugeneigt. Jeweils mehr als zwei Drittel wünschen sich Balkon, Garten und Einbauküche. Mit 57 Prozent Zustimmung liegt die Fußbodenheizung ebenfalls weit vorn in der Rangfolge der gewünschten Ausstattung. Weniger als ein Viertel legt hingegen Wert auf luxuriöse Ausstattungsmerkmale wie Pool oder Sauna. Einen hohen Stellenwert genießt auch das Energiesparen: Sechs von zehn Umfrageteilnehmer würden ein Niedrigenergiehaus bevorzugen, fast die Hälfte befürwortet eine Solaranlage. Hier zeigt sich viel Nachholbedarf, denn aktuell wohnt nur einer von fünf Befragten in einem Niedrigenergiehaus und nicht einmal jeder Zehnte ist Besitzer einer Solaranlage.

Worin sehen private Bauherren wichtige Kriterien beim Hausneubau

Der Weg in die eigenen vier Wände: Viele Bedenken, wenig Reue
76 Prozent der Deutschen träumen vom eigenen Zuhause, doch viele scheuen davor zurück, ihren Wunsch wahr werden zu lassen. Mehr als 80 Prozent befürchten eine hohe finanzielle Belastung durch den Baukredit, gut 70 Prozent haben Angst vor hohen Nebenkosten und nicht eingehaltenen Preisvereinbarungen. In der Realität sind solche Bedenken jedoch weitgehend unbegründet. Von denen, die ein Eigenheim erworben haben, klagen nur 30 Prozent über hohe Kreditkosten. Nicht einmal jeder Sechste hat die Erfahrung gemacht, dass beim Immobilienkauf oder Neubau Preisvereinbarungen nicht eingehalten worden sind. Entsprechend zufrieden sind die Eigenheimbesitzer unterm Strich mit ihrer Entscheidung: Stolze 91 Prozent sind sicher, die richtige Wahl getroffen zu haben.

Welche Schlüsse können unschlüssige Bauherren oder Immobilienkäufer daraus ziehen?
Klare Fakten sind das beste Mittel gegen diffuse Ängste: Mit einem fundierten Finanzierungskonzept kann man planen, welche konkreten Kosten auf einen zukommen, wie der Finanzierungsaufwand in ihre persönliche Einnahmen- und Ausgabenrechnung integrieren wird und wann das Eigenheim voraussichtlich schuldenfrei ist. Sollte sich zeigen, dass die finanziellen Möglichkeiten für die Traumimmobilie nicht ausreichen, dann zeigt die Studie, dass viele Kaufinteressenten kompromissbereit sind. Loten Sie im Bedarfsfall zusammen mit einem kompetenten Finanzierungsberater aus, an welchen Stellen Kostensenkungen realisiert werden können – auf diese Weise kann ein solider Weg in die eigenen vier Wände gefunden werden. Insbesondere bei Neubauvorhaben können zum Energiesparen und zum Einsatz regenerativer Energieträger die Fördermittel der KfW in Betracht gezogen werden und nach Möglichkeit in die Gesamtfinanzierung mit einbaut werden.

Wer mehr über die Interhyp-Wohntraumstudie wissen möchte, kann hier auf der interaktiven Seite weiterlesen : https://wohntraumstudie.interhyp.de/

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Zinskommentar Juli 2018 – Was bedeuten die Handelsstreitigkeiten für den Zinsmarkt

baufinanzierung marktlage

In Deutschland ist im letzten Monat die Inflationsrate zwar nur minimal von 2,2 auf 2,1 Prozent zurückgegangen, jedoch verzeichnete die Kerninflation allerdings einen stärkeren Rückgang. Die Kerninflationsrate, welche die temporären Preisveränderungen außer Acht lässt und daher als Grundlage für geldpolitische Entscheidungen dient, fällt in Deutschland von 1,7 Prozent im Mai auf 1,5 Prozent im Juni. Und auch für den Euroraum ist die Kerninflation mit 1,2 Prozent noch deutlich von der Zwei-Prozent-Ziel-Marke der EZB entfernt.

Inflation schwächelt, EU-Wachstumsprognose gesenkt – rückt die Zinswende in weitere Ferne?
Die EU-Kommission hat vor kurzem die Wachstumsprognose für den Euroraum als Ganzes und auch für Deutschland im Speziellen nach unten korrigiert. Hintergrund für diese Aussagen sind die Sorgen, dass der amerikanische Protektionismus den Handel und die Investitionen behindern und somit das Wirtschaftswachstum bremsen könnte. Allerdings sorgte die Unberechenbarkeit von Donald Trump für ein aufatmen, den vor dem Treffen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bezeichnete er Zölle als großartig und der schwelende Handelsstreit ist nun erst einmal vom Tisch. Die EU und die USA wollen sogar zukünftig Zölle auf einige Produkte ganz abschaffen und insgesamt Handelshemmnisse abbauen.

Wenn der unberechenbare Donald Trump nicht doch wieder zurückrudert, dürfte sich die Stimmung konjunkturell dadurch wieder bessern und die weiterhin niedrige Inflationsrate nimmt den Druck von der EZB an der Zinsschraube zu drehen. Aus dem letzten Lagebericht der EU-Kommission sind die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Wachstum im Euroraum zwar nach wie vor gegeben ist, allerdings kann es durch aus denkbar sein, dass der im November 2019 scheidende EZB-Präsident Mario Draghi als letzte Amtshandlung die erste Zinserhöhung seiner Amtszeit durchführen könnte. Aus heutiger Sicht ist aber eher wahrscheinlicher, dass der Leitzins auch bis Ende 2019 auf seinem Rekordtief von 0,0 Prozent bleibt.

Zinsentwicklung über ein Jahr

Das abrupte Ende eines zuvor hochgepuschten Handelskrieges
Die abrupte Wende im angezettelten Handelskrieges des amerikanischen Präsidenten Donald Trump überraschte scheinbar auch die EU. Noch vor dem Treffen mit Trump dämpfte Juncker die Erwartungen über schnelle Ergebnisse oder Vereinbarungen, denn die EU war nach neuen Handelspartnern vorher erfolgreich in Fernost zu Gesprächen unterwegs. Denn Anfang des Monats hatte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström die langjährigen Verhandlungen über eine Freihandelszone zwischen Japan und der Europäischen Union zu einem erfolgreichen Ende gebracht. Gemeinsam mit dem japanischen Außenminister, Fumio Kishida, erzielte sie bei einem Treffen in Brüssel eine politische Einigung zum sogenannten „Japan-EU Free Trade Agreement“, kurz JEFTA genannt.

Auch China zeigte bereits Interesse an einer engeren Zusammenarbeit mit der EU. Allerdings war es weniger das Verhalten der EU, das Donald Trump zu einem Umdenken bewegte, sondern vielmehr der wachsende innenpolitische Druck auf den amerikanischen Präsidenten. Denn bereits seit Wochen regte sich Widerstand bei amerikanischen Bauern und einflussreiche republikanische Senatoren kritisierten Trumps handelspolitische Alleingänge. Und dann gaben auch noch die amerikanischen Autohersteller wegen der mittlerweile entstanden Zollbelastungen auf Rohstoffe Gewinnwarnungen heraus und die Aktienkurse gaben nach.

Die amerikanische Notenbank Fed bleibt weiter auf ihrem Kurs
Noch im Vormonat waren sich die Märkte uneins darüber, ob es drei oder vier Zinsschritte der Fed im Jahr 2018 geben wird. Nun ist auch dieses Rätsel gelöst, denn im halbjährlichen Bericht, den Fed-Präsident Jerome Powell dem Kongress vorlegte, stellte die amerikanische Notenbank noch zwei weitere Zinserhöhungen in Aussicht. Die Fed hat 2018 bereits zwei Zinsschritte durchgeführt und erhöhte den Leitzins auf die aktuelle Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent. Die amerikanische Notenbank behält damit ihren Kurs einer strafferen Geldpolitik bei, und dies trotz der vorübergehenden Ungewissheiten durch den von Donald Trump angezettelten Handelskonflikt. Für die nächste Fed-Sitzung am 31. Juli 2018 und 1. August 2018 wird jedoch vorerst mit keiner geldpolitischen Entscheidung gerechnet.

Die Baufinanzierungszinsen bleiben weiter konstant und werden am wahrscheinlichsten in einer Seitwärtsbewegung bleiben
Die Bauzinsen werden derzeit durch die Inflation vor einem möglichen Anstieg gedämpft. Das Risiko steigender Zinsen ist aber trotzdem weiterhin erheblich höher als die Chance auf signifikant fallende Zinsen. In den nächsten Wochen kann daher eher mit einer Seitwärtsbewegung gerechnet werden. Dies kann man auch aus der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen ableiten, die mit 0,34 Prozent weit entfernt von ihrem Hochstand vom Jahresbeginn 2018 von 0,76 Prozent ist.

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Anwalt

Wenn man auf einem Grundstück bauen möchte, zu dem es keinen direkten Zugang zur Straße gibt, sollte mit dem Eigentümer des vorderen Grundstückes ein vertragliches Nutzungsrecht vereinbart werden. Ansonsten kann man auch mit einer Baugenehmigung Probleme mit der Zufahrt bekommen. Denn um mit dem Auto auf das eigene Grundstück zu kommen, bleibt dem sogenannten Hinterlieger nichts anderes übrig, als den Weg über das benachbarte Grundstück zu nehmen, das an der Straße liegt. Diese Situation führt jedoch oft zu Auseinandersetzungen, beispielsweise, wie oft der Weg bzw. die Zufahrt genutzt wird, ob sie auch zum Parken da ist, wer Schnee räumt oder wer die Kosten trägt, wenn der Belag des Weges ausgebessert werden muss.

Für den Eigentümer eines Hinterlieger-Grundstückes ist der Eintrag einer Baulast nicht ausreichend
Die immer knapper werdenden Baugelände machen den einen oder anderen erfinderisch. Sogenannte Hinterlieger- oder Hubschrauber-Grundstücken in zweiter Reihe sind deshalb heute keine Seltenheit mehr. Hierbei übernimmt der private Eigentümer des zur Straße liegenden Geländes mit einer Baulast gegenüber der Baubehörde, dass für Rettungskräfte und Entsorgungsfirmen der Zugang zum hinteren Gelände gesichert wird. Erst dann wird von der Baubehörde eine Baugenehmigung für das eingeschlossene Grundstück erteilt. Eventuell benötigte Parkflächen können so auch festgelegt werden. Die Baulast wird im Baulastenverzeichnis eingetragen.

Risiken und Konfliktsituationen privater Bauherren

Nur ein im Grundbuch verbrieftes Wegerecht ermöglicht den Durchgang
Hier gibt es jedoch für den Eigentümer des in zweiter Reihe liegenden Grundstückes etwas wichtiges zu beachten, denn den Zugang zu seinem Grund und Boden garantiert dies noch nicht. Mit einer öffentlich-rechtlichen Baulast ist nur das eingeschlossene Grundstück baurechtskonform eingestuft. Denn solange kein privat-rechtliches Nutzungsrecht vereinbart worden ist, kann der Grundstückseigentümer des zur Straße liegenden Geländes seinem Nachbarn verbieten, das hintere Grundstück zu betreten. Dies geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm für die Nutzung eines Parkplatzes (Az.: 5 U 152/16, Urteil vom 6. Juli 2017) hervor. Eine Mauer dürfe der Eigentümer des zur Straße liegenden Geländes, welcher die Baulast übernommen hat, aber nicht errichten, um den Zugang zum hinteren Grundstück zu unterbinden. Deshalb empfiehlt die Notarkammer Frankfurt Käufern von Hubschrauber-Grundstücken, sich das Recht zur Nutzung des vorderen Grundstückes in einer sogenannten Grunddienstbarkeit zu sichern. Ein Wegerecht garantiert so, dass über das fremde zum eigenen Grundstück gelaufen oder gefahren werden kann. Eine Grunddienstbarkeit wird im Grundbuch verbrieft und stellt das privatrechtliche Pendant zur öffentlich-rechtlichen Baulast dar. Deshalb sollte für einen Hinterlieger-Grundstückserwerber eine eingetragene Grunddienstbarkeit nicht fehlen.

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baufinanzierung marktlage

In Deutschland werden Waren und Dienstleistungen teurer, den die Inflationsrate hat sich im Mai um 0,6 Prozentpunkte auf 2,2 Prozent erhöht. Damit befindet sie sich seit einem Jahr wieder über der Marke von 2 Prozent. Erhöhte Energie- und Urlaubsreisekosten haben vor allem für den abrupten Anstieg gesorgt. Allerdings ist beim Blick auf die Kerninflation, welche die Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln und Energie nicht berücksichtigt, ein anderes Bild zu sehen. Hier sind die Preise in Deutschland um nur 0,2 Prozent auf 1,6 Prozent gestiegen. In der gesamten Euro-Zone sind die Preise auch angestiegen, was sich einer Teuerungsrate von 1,9 Prozent widerspiegelt. Die Inflationsrate liegt damit erstmals im Zielkorridor der Europäischen Zentralbank (EZB). Bei der Kerninflation ist die Inflationsrate im Euro-Währungsgebiet bei 1,1 Prozent angekommen.

Die Ergebnisse des EZB-Treffens in Riga
Es lässt sich grundsätzlich festhalten, dass zwar die Inflation gestiegen ist, sich aber noch nicht nachhaltig um die von der EZB gewünschten Zwei-Prozent-Marke bewegt. Allerdings verheißen die Beschäftigungs- und Wachstumsprognosen gute Aussichten. Das Anleihekaufprogramm hat damit sein Ziel erreicht und Mario Draghi traut sich aufgrund dieser Rahmenbedingungen tatsächlich, den Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm zum Ende des Jahres 2018 anzukündigen. Die EZB wird ab September bis Ende Dezember 2018 noch Anleihen im Wert von 15 Milliarden Euro monatlich erwerben und halbiert damit das bisherige Volumen. Diese Entscheidung verkündete der Zentralbank-Chef Mario Draghi auf dem auswärtigen Treffen der EZB im lettischen Riga Mitte Juni 2018. Des weiteren wurde eine weitere Neuerung bekannt gegeben, in der die EZB einen konkreten Zeitrahmen festlegt: Bis zum Sommer 2019 soll der Leitzins bei 0,0 Prozent bleiben. Daraufhin wurden im Markt Stimmen laut, dass in knapp einem Jahr die Zinsen steigen würden. Da die Amtszeit von Mario Draghi ungefähr zum gleichen Zeitpunkt endet, ist es jedoch nicht wahrscheinlich das eine Zinserhöhung erfolgen wird. Denn es wäre die letzte Amtshandlung und seine erste und einzige Zinserhöhung in acht Jahren. Dies wird er sicherlich seinem Nachfolger überlassen.

Zinsentwicklung über ein Jahr

Die amerikanische Notenbank (Fed) erhöht wie angekündigt weiter den Leitzins
Auf ihrer letzten Sitzung im Juni 2018 hat die Fed den Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben. Der Leitzins bewegt sich nun zwischen 1,75 und 2,0 Prozent. Weiterhin wurde in Aussicht gestellt, dass weitere Erhöhungen in einem schnellerer Turnus folgen könnten. Der amerikanische Leitzins befindet damit auf dem Niveau des Jahres 2008. Die Marktteilnehmer sind sich jedoch nicht darüber einig, ob es in diesem Jahr drei oder vier Zinsschritte geben wird. Bereits vor dem Amtsantritt von Donald Trumps befand sich die US-Wirtschaft auf einem Wachstumskurs. Durch die eingeführten Steuererleichterungen von Donald Trumps wird sich dieser Effekt nun zusätzlich verstärken. Die Fed sieht es als ihre Aufgabe, die US-amerikanische Wirtschaft durch Zinserhöhungen vor einer Überhitzung zu schützen.

Welche Folgen wird der Handelskrieg zwischen den USA und der EU auf die Zinsen haben?
Donald Trump erlässt ein Dekret nach dem anderen und droht neue Strafzölle an. Nach China muss nun auch die EU Zölle auf Exportwaren wie Stahl und Aluminium zahlen. Noch fraglich ist, ob auch Autos mit Strafzöllen belegt werden. US-Handelsminister Wilbur Ross will in diesem Zusammenhang ergründen, ob die nationale Sicherheit in den USA durch weitere Autoimporte gefährdet würde. Auch Donald Trump gab diese grotesk anmutende Begründung für die vorangegangenen Zölle an. Die Strafzölle werden sich grundsätzlich wachstumshemmend auswirken, was durch einen Ausblick des ifo Wirtschaftsforschungsinstitutes belegt wird. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China wird sich auch für Europa und Deutschland negativ auswirken, da die heutigen Handelsbeziehungen global und international verbunden sind. Es wird zu Verlagerungen kommen, wenn beispielsweise China die vom US-Zoll betroffenen Produkte im europäischen Markt absetzen möchte, wird dies auch die Preise in Europa beeinflussen. Dies wird tendenziell zu einer schwächeren Konjunktur führen und mittelfristig eher zu einer schwächeren Inflation. In der Folge würde dies dazu führen, dass der Druck auf die EZB für eine Zinsanhebung wieder verringert wird.

Die Baufinanzierungszinsen verhalten sich recht konstant
Die Zinsen haben sich in den letzten Wochen recht konstant entwickelt, mit einer leichten Tendenz nach unten. Durch die in den letzten Wochen verstärkte Nachfrage nach sicheren Anlageformen, sind deren Renditen gesunken. Gründe dafür sind die Regierungsbildung in Italien, der Handelsstreit der USA und die Uneinigkeit in der EU in punkto Flüchtlingskrise. Diesem Trend nach unten könnten die Baufinanzierungszinsen folgen, wobei es sich hierbei jedoch nur um geringfügige Veränderungen handeln wird.

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Tendenz der Baufinanzierungszinsentwicklung:
kurzfristig: leicht fallend
langfristig: steigend

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Zinskommentar Mai 2018 – Regierungsbildung in Italien bestimmt die Finanzmärkte und die Auswirkung auf die Bauzinsen

baufinanzierung marktlage

In Italien sorgen wieder politische Ereignisse für Aufregung, die weltweit an den Finanzmärkten für Verunsicherung sorgen. Bis vor kurzem sah es noch ganz danach aus, dass die zwei populistischen Parteien Lega Nord und 5-Sterne-Bewegung vom rechten und linken Rand des politischen Spektrums in Italien eine neue Regierung bilden. Der italienische Präsident Sergio Mattarella hat der Koalition jedoch eine Absage erteilt, denn er lehnte den eurokritischen Paolo Savona als Finanzminister ab. Stattdessen vergab er den Auftrag zur Regierungsbildung an den Wirtschaftsexperten Carlo Cottarelli, der über ausreichend Erfahrungen aus seiner Tätigkeit beim Internationalen Währungsfonds (IWF) verfügt. Die Folgen an den Finanzmärkten waren beispielsweise ein Renditeeinbruch bei den deutschen Bundesanleihen und die Abschwächung des Euro.

Stimmen über einen möglichen „Italexit“ werden lauter
An den Finanzmärkten sorgten die italienischen Entwicklungen für Nervosität. Dies führte dazu, dass Anleger aus italienischen Anleihen flüchteten, wodurch die Renditen italienischer Papiere auf den höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren stiegen. Durch die Berufung von Carlo Cottarelli versuchte der italienische Präsident Ruhe in die Politik und auch in die Finanzmärkte zu bringen. Der Erfolg blieb jedoch aus, denn durch die Mehrheit von Lega Nord, der Fünf-Sterne-Bewegung und der Partito Democratico hat Carlo Cottarelli keinen Rückhalt im Parlament, was nun zu Neuwahlen führen kann. Auf politische Entwicklungen reagieren die Zinsen meist nur kurzfristig, denn für die langfristige Entwicklung haben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einen weit größeren Einfluss. Für Europa sind diese derzeit in einer guten Verfassung. Auch wenn das italienische Chaos dazu führen wird, dass die rechtspopulistische und europakritische Lega Nord weiter erstarken wird, sieht es nicht danach aus, dass eine Eurokrise wegen einer neuen Regierung in Italien zurückkehren wird.

Eine solche euro- bzw. europaskeptische Regierung wird die Reduzierung der italienischen Staatsverschuldung sicher nicht als Kernziel ausrufen, sondern für das Gegenteil sorgen. Allerdings sollte man sich vor Augen halten, dass in Italien in den letzten 72 Jahren eine Regierung nur etwas mehr als ein Jahr im Amt blieb. Damit wird schnell deutlich, dass es Fragwürdig ist, dass Italiens nächste Regierung nachhaltige Fußspuren in der Geschichte des Landes hinterlassen wird. Da politische Börsen eher eine kurzfristige Auswirkung haben, wird das Thema auch wieder in den Hintergrund rücken und die Finanzmärkte und damit die Zinsen sich wieder beruhigen.

Zinsentwicklung über ein Jahr

Sind Auswirkungen auf der Kurs der EZB und Fed zu erwarten?
Ob und wie die Europäische Zentralbank (EZB) auf die Ereignisse in Italien reagiert, muss abgewartet werden, denn die nächste Sitzung ist erst für Mitte Juni terminiert. Ein mögliches Szenario aus heutiger Sicht kann sein, dass die EZB aufgrund der unruhigen Lage in Italien die Entwicklungen erstmal beobachten und abwartend reagieren wird. Konkret würde dies bedeuten, dass die EZB weiterhin darauf verzichtet, die derzeitige expansive Geldpolitik zurückzudrehen. Auch ist die Inflationszielmarke von zwei Prozent noch nicht erreicht, denn die Kerninflation im Euro-Währungsraum sank im April auf 0,7 Prozent. Deshalb besteht für die EZB weiter keinen Druck, die Zinsen zu erhöhen.

In den USA hingegen liegt ein anderes wirtschaftliches Umfeld als in Europa vor. Hier wird die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) in diesem Jahr den Leitzins voraussichtlich drei Mal leicht erhöhen. Die Finanzmärkte haben diese Entwicklung jedoch bereits eingepreist und auch ein, wenn notwendig werdender zusätzlicher vierter Zinsschritt wird die amerikanische Konjunktur verkraften. Denn die von Präsident Donald Trump auf den Weg gebrachten Steuererleichterungen werden die Wirtschaftslage weiter antreiben, auch wenn sich ihre Auswirkungen jedoch erst langsam entfalten.

Bei den Baufinanzierungszinsen geht es kurzfristig leicht nach unten
In den letzten Wochen gaben die Baufinanzierungszinsen weiter leicht nach. Durch die Entwicklung in Italien haben deutsche Bundesanleihen an Attraktivität gewonnen und ihre Rendite geht daher zurück. Deshalb werden kurzfristig die Baufinanzierungszinsen im Marktdurchschnitt weiter etwas nach unten gehen. Deshalb kann es für Anschlussfinanzierer durchaus sinnvoll sein den Markt vor einer Verlängerung zu beobachten.

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Hausreinigung

Wenn der Winter vorüber ist, ist es für Hauseigentümer sinnvoll sich Zeit für einen Frühjahrscheck am eigenen Haus und den Nebengebäuden zu nehmen. Dies beginnt beim Dach und den Ziegeln, aber auch Dachrinnen, Putz, Fenster, Türen und sollten vom Hausbesitzer im Frühjahr überprüft werden. Hierbei sollten Sie klären, welche Arbeiten nötig sind, damit Ihr Haus nicht an Wert verliert. Wichtig ist, wer sein Haus nach dem Winter optimal pflegt, erhält somit auch die Lebensdauer und den Wert.

Mängel durch eine Bestandsaufnahme auflisten
Ob der Winter kalt oder warm war ist nicht entscheidend. Die durch den Winter hervorgerufenen Mängel sollten nicht auf die lange Bank geschoben werden. Aus kleinen Mängeln können sich schnell große Probleme entwickeln. Wichtig ist, den Zustand des Daches zu prüfen oder ob an der Fassade über den Winter Schäden eingetreten sind. Auch die Dachrinnen oder loser Putz an der Fassade sollten dabei nicht außer Acht gelassen werden, denn an der Fassade lassen sich oft Schimmelpilz oder Algen aufgrund der Winternässe nieder.

Jedes dritte Eigenheim ist renovierungsbedürftig

Checkliste für die Prüfung:

  • Dach und Fassade: Sind Dachziegel lose oder beschädigt, gibt es Undichtigkeiten in der Dacheindeckung, hat die Fassade Risse oder offene Stellen.
  • Regenrinnen und Fallrohre: Entfernen von Laub und Schutz, Suche nach Frostschäden
  • Solar- und Photovoltaik-Anlagen: Verschmutzungen an den Modulen reinigen, Prüfung der Bauteile
  • Fenster: Prüfung und Wartung der Dichtungen, Abschmieren der Mechanik
  • Holzelemente: Ist das Holz von Fensterläden, Carports oder Balkonen noch intakt oder schon angefault
  • Bäume: Trockene und beschädigte Äste entfernen
  • Gartenbewässerung: Leitungen durchspülen und Rohre, Wasserhähne auf Frostschäden prüfen.
  • Heizung: Die Heizungsanlage einem prüfenden Blick unterziehen, Reparaturen oder Erneuerungen lassen sich am besten in der heizfreien Zeit erledigen
  • Rauchmelder: Sind diese noch funktionstüchtig, sind die Batterien noch ausreichend geladen

Prioritäten richtig setzen – Dach, Fassade und Co. 
Wenn vorhandene Mängel entdeckt werden, sollten Sie für Abarbeitung Prioritäten setzen. Hier gehört vor allen Dingen das Dach. Durch Wind und Wetter können sich Ziegel verschoben haben oder gar gebrochen sein. Derartige Schäden am Dach sollten Sie schnellstens beheben, um ein eventuelles Eindringen von Wasser zu verhindern, denn die Dämmung kann dadurch Schaden nehmen. Auch die Fallrohre sollten auf Frostschäden untersucht und Dachrinnen von Unrat befreit werden. Wenn das Regenwasser aufgrund einer Verstopfung nicht ablaufen kann, dringt dieses in den Putz ein und verursacht dort Schäden. Türen und Fenster gehören ebenfalls mit zum Haus und hier und da zeigt sich oft, dass auch hier der Winter nicht vor halt macht. An den Außentüren kann unter der Anschlagschiene Wasser eingesickert sein und somit unter den Estrich laufen.

Bei einem noch neuen Haus die Garantiephase beachten
Haben Sie Mängel gefunden und wohnen noch nicht lange in Ihrem neuen Haus kann es sein, dass die Gewährleistungspflicht noch nicht abgelaufen ist. In diesem Fall ist die Behebung der Mängel Sache der Firma, die Ihr Haus gebaut hat. Neigt sich die Garantiephase bei einem neuen Haus dem Ende zu, kann man den Check mit einer Schlussbegehung verbinden. Dafür sollte bei der Mängelfeststellung eventuell ein unabhängiger Sachverständiger vor Ort mit sein.

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Zinskommentar April 2018 – Schwankende Baufinanzierungszinsen und EZB bleibt auf Kurs

baufinanzierung marktlage

Auf Ihrer letzten Sitzung hat die Europäische Zentralbank (EZB) einmal mehr alle Erwartungen der Marktteilnehmer erfüllt. Es wird an dem bestehenden Kurs wie bisher festgehalten und die rigide Linie der Nullzinspolitik weiter verfolgt. Von Mario Draghi, dem Chef der Europäischen Zentralbank, werden lediglich vorsichtige Nuancierungen in seinem geldpolitischen Ausblick vorgenommen. Zusammengefasst kann man sagen, das Mario Draghi mit leichten Abweichungen von seinem gewohnten Vokabular versucht, die Märkte langsam und sorgfältig auf eine Änderung der Zinspolitik vorzubereiten. Sein Ziel ist, dass Marktverwerfungen vermieden werden, wenn auch die EZB mit Zinserhöhungen beginnt.

EZB profitiert von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
Aus den jüngsten Prognosen geht hervor, dass es eine leichte Abschwächung der europäischen Wirtschaft geben wird. Darüber hinaus liegt die Inflationsrate immer noch unter dem Zwei-Prozent-Zielwert der EZB. Die Inflationsrate beträgt in der Eurozone im März 1,3 Prozent und in Deutschland sind es 1,6 Prozent. Von Mario Draghi wurde bisher immer eine nachhaltige Steigerung in diesem Bereich für den Ausstieg aus den Anleihekäufen zur Bedingung gemacht. So wird die EZB bis September dieses Jahres weiter Staatsanleihen im Wert von 30 Milliarden Euro pro Monat kaufen. Die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung nimmt Mario Draghi den Druck, von seiner ultralockeren Geldpolitik abzurücken.

Entwicklung Leitzins und Inflation

Die Baufinanzierungszinsen sind im April wieder gefallen
Bei den Baufinanzierungszinsen gab es in den letzten Monaten viel rauf und runter bei den Konditionen, allerdings hielten sich diese in einer überschaubaren Bandbreite. Die Ursache dafür ist, dass sich die Zinsen für Immobiliendarlehen an der Entwicklung der Bundesanleihen mit einer gewissen Zeitversetzung orientieren. Generell sind sie in den vergangenen Wochen gesunken, nachdem Anfang Februar der höchste Stand seit dem Herbst 2015 erreicht wurde. Aktuell verzeichneten die Bauzinsen gerade wieder einen leichten Zuwachs um etwa zehn Basispunkte, wobei es sich hierbei um die übliche Volatilität handelt. Der aktuelle Zins für eine zehnjährige Zinsfestschreibung für Immobiliendarlehen liegt derzeit bei 1,28 Prozent.

Zinsausblick für das zweite Halbjahr im Jahr 2018
Der Ausblick für das kommende zweite Halbjahr ist, dass im weiteren Jahresverlauf mit leicht steigenden Zinsen gerechnet werden muss. Allerdings ist das Aufwärtspotential durch die restriktiven Maßnahmen und den vorsichtigen Kurs der EZB erheblich begrenzt. Deshalb ist Käufern, die bereits das passende Objekt gefunden haben zu empfehlen: Sichern Sie sich jetzt die noch sehr günstigen Zinsen für eine lange Zeit und wählen Sie eine entsprechende Zinsbindung von mehr als zehn Jahren. Das gleiche gilt auch für Immobilienbesitzer, bei denen die Anschlussfinanzierung ansteht und die eher sicherheitsorientiert sind.

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Vergleichen und Planen zahlt sich beim Kauf vom Bauträger aus

Rohbau

Nach Immobilen ist die Nachfrage hoch und Bestandsobjekte sind zunehmend rar. Deshalb bauen nicht nur auf dem Land, sondern auch in der Stadt immer mehr Menschen in Eigenregie oder kaufen ein Objekt vom Bauträger. Dabei gelten einige Besonderheiten für die Finanzierung, die man beachten sollte damit der Kredit zum Vorhaben passt.

Kreditauszahlung nach Baufortschritt
Der Anteil an Finanzierungen für eigene Bauvorhaben und für den Kauf von Bauträgerimmobilien liegt laut einer deutschlandweiten Erhebung der Interhyp Gruppe mittlerweile bei insgesamt rund 35 Prozent. Während beim Kauf eines bestehenden Einfamilienhauses oder einer Bestandswohnung der vereinbarte Preis in Gänze nach Abschluss des Kaufvertrags bezahlt wird, verhält es sich für im Bau befindliche Objekte wie folgt: Gewährte Darlehen werden Schritt für Schritt ausgezahlt. In dem Zuge muss ein sorgfältiger Blick geworfen werden auf die Bereitstellungszinsen, die bereitstellungszinsfreie Zeit sowie auf die Zinsen, die für die Auszahlung der jeweiligen Teilbeträge fällig werden. Das ist wichtig, um die Gesamtkosten für den Kredit richtig kalkulieren zu können.

Konditionen variieren im Detail
So kann nicht nur die Höhe der Bereitstellungszinsen variieren, die zumeist bei drei Prozent pro Jahr liegt. Es gibt auch Unterschiede, ab wann diese erhoben werden, ob zum Beispiel nach drei, sechs oder sogar zwölf Monaten. Wie teuer ein Darlehen wirklich ist beziehungsweise werden kann, hängt demnach nicht nur vom Effektivzins ab, sondern unter anderem auch von den Kosten für die Abrufung von Kredittranchen nach dem Ende der bereitstellungszinsfreien Zeit. Vor dem Hintergrund empfiehlt es sich zunächst einmal, die Angebote mehrerer Anbieter sorgfältig zu vergleichen.

Bauformen beim Hausbau

Zugleich ist eine detaillierte Finanzierungsplanung empfehlenswert. Relevant ist in diesem Zusammenhang, dass die Dauer der bereitstellungszinsfreien Zeit bei vielen Banken gegen einen Aufpreis verlängert werden kann. Das kann sich rechnen, weil der Aufpreis in der Regel niedriger ist, als die Zinsen für das oder die bereits abgerufenen Teilraten, die tagesgenau berechnet und monatlich fällig werden. Auf der anderen Seite hat jedoch auch die Verlängerung der bereitstellungszinsfreien Zeit ihren Preis. Denn der Aufpreis muss mit dem Darlehenszins für die gesamte Sollzinsbindung auf den gesamten Darlehensbetrag (ausgenommen KfW-Tranchen) bezahlt werden. Deshalb sollte die bereitstellungszinsfreie Zeit je nach Höhe der im Zahlungsplan des Bauträgers vermerkten Teilrate gewählt werden. Sind zum Beispiel die letzten Teilraten nicht mehr besonders hoch, kann es sinnvoll sein, Bereitstellungszinsen in Kauf zu nehmen.

Kostspielige Verzögerungen beim Bau
Hier gilt es jedoch wiederum in Betracht zu ziehen, dass es beim Bau durchaus mal zu Verzögerungen kommen kann, ob durch einen harten Winter, Probleme beim Beschaffen der Baustoffe oder fehlende Genehmigungen. Diese Verzögerungen können ins Geld gehen, da unter Umständen sowohl Bereitstellungszinsen als auch die Zinsen für die bereits abgerufenen Kredittranchen geleistet werden müssen. Hinzu kommen Mietzahlungen, da das Eigenheim ja noch nicht fertig ist. Wünscht der Käufer eine hochwertigere Ausstattung, als ursprünglich mit dem Bauträger vertraglich festgelegt oder beim Bau in Eigenregie geplant, macht sich das ebenfalls bemerkbar. Teurere Fliesen oder kostspieligere Fenster und Türen können dann schnell das Budget sprengen.

Von daher rechnet es sich, die Finanzierung sorgfältig zu planen und in dem Zuge einen zeitlichen und finanziellen Puffer einzuplanen. Das sorgt für Sicherheit und Flexibilität und verringert das Risiko, dass man als Bauherr (teuer) nachfinanzieren muss.

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Quelle: Prohyp GmbH

Zinskommentar März 2018 – Bauzinsen befinden sich im Frühjahrshoch

baufinanzierung marktlage

Die wichtigsten Ergebnisse der Europäischen Zentralbank (EZB) auf ihrer letzten geldpolitischen Sitzung am 8. März 2018 sind, dass weder der Leitzins angehoben wird, noch eine Erhöhung in naher Zukunft in Aussicht steht. Als einziges vorsichtiges Signal für eine straffere Geldpolitik ist erkennbar, dass die EZB seine Sprachregelung für den geldpolitischen Ausblick leicht anpasste. Bereits im Dezember 2017 wurde um die sogenannte Forward Guidance diskutiert und nun auch mit auf die Agenda genommen. Bei der letzten Sitzung verzichtete die EZB nun auf die bisherige Formulierung, dass sie ihre Anleihekäufe ausweiten könnte.

Baufinanzierungszinsen haben seit Jahresanfang leicht angezogen
Die ökonomischen Verhältnisse in Europa zeigen zwar weiterhin Verbesserungen, doch die Inflationsrate rangiert nach wie vor nicht im gewünschten Zielkorridor. Die Entwicklung der Inflation kommt Mario Draghi sehr gelegen, da dies seinen bisherigen Kurs bestätigt und ihm den Druck nimmt, den Leitzins anzuheben. Die Teuerung sank im Februar in Deutschland auf 1,4 Prozent und im gesamten Euroraum lag sie im Januar bei nur 1,3 Prozent. Damit ist die Inflationsrate weit entfernt von der proklamierten Zielmarke von 2 Prozent. Anderseits wird eines immer offensichtlicher: Die EZB und die Märkte sprechen nicht mehr die gleiche Sprache. Denn ungeachtet der Aussagen vom EZB-Chef Mario Draghi und seiner Nullzins-Politik, sind die langfristigen Anlageformen etwas in Bewegung gekommen. Dies kann sehr gut an der zehnjährigen Bundesanleihe verfolgt werden.

Für die Baufinanzierungszinsen gilt diese als Blaupause. Der Grund: Die Banken refinanzieren die Immobilienkredite zum großen Teil durch Pfandbriefe und diese orientieren sich wiederum an der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg zuletzt auf 0,7 Prozent. Dies ist im Vergleich zum Prozentsatz von vor drei Monaten eine knappe Verdopplung, denn da betrug die Rendite 0,3 Prozent. Langfristige Anleihen nehmen die Entwicklung der Leitzinsen oft vorweg und deshalb sind in den vergangenen Wochen die Baufinanzierungszinsen leicht angezogen haben. Dies ist jedoch kein Grund für Panik, denn wir befinden uns immer noch auf einem sehr niedrigen Zinsniveau. Der historische Tiefpunkt wurde zwar im Herbst 2016 gesehen, aber Immobilien-Interessenten finden weiterhin günstige Rahmenbedingungen für ihre Finanzierung vor.

Zinsentwicklung über ein Jahr

Wie steht es um die Nachfolgekandidaten von Marion Draghi?
Es gibt immer wieder Spekulationen um die Nachfolge von Mario Draghi, wie beispielsweise Anfang März, als der Spanier Luis de Guindos als neuer EZB-Vizechef nominiert wurde. Da seine Wahl als recht sicher scheint, steigen für den derzeitigen Präsident der deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, im November 2019 die Chancen auf Mario Draghi zu folgen. Es gilt als ausgemacht, dass jeder europäische Bereich innerhalb des EZB-Direktoriums repräsentiert werden muss. Wenn mit Luis de Guindos ein Vertreter Südeuropas als Vize gesetzt ist, würde sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ein Nordeuropäer Zentralbankchef wird und dies würde Jens Weidmann in die Karten spielen.

Italien ist wieder in politischen Turbulenzen und in Deutschland kehrt endlich Ruhe ein
Nach der längsten Regierungsbildungsperiode die es in Deutschland bisher gab, haben sich CDU, CSU und die SPD auf eine Neuauflage der großen Koalition geeinigt. Wenn es nach der alten und neuen Kanzlerin Angela Merkel geht, soll das neue Kabinett nun zügig wieder die Regierungsgeschäfte übernehmen. Trotz der langen Periode der Ungewissheit blieben Auswirkungen auf die Zinsmärkte aus. Dies kann man von Italien nicht sagen, denn nach der Wahl sind die Verhältnisse indes unübersichtlich. Klar ist nur, dass die Italiener die Regierung von Matteo Renzi und seine Partito Democratico abgewählt haben und die populistischen Parteien merklich zugelegt haben. Im Norden gewann die rechtsgerichtete Partei Lega Nord, im Süden die europaskeptische Fünf-Sterne-Bewegung.

Donald Trumps Strafzölle und ihre Auswirkungen auf die Finanzmärkte
Der US-amerikanische Präsident hat seine angekündigten Strafzölle einführt. Nicht ganz so umfangreich und hart wie im Vorfeld angekündigt, doch damit geht Donald Trump einen weiteren Schritt in Richtung Abschottung Amerikas. Einer seiner engsten Berater und der letzte Befürworter des Freihandels in Trumps Beratergremium, Gary Cohn, quittierte diese Entscheidung mit seinem Rücktritt. Die Europäische Union diskutiert im Gegenzug über Schutzzölle für amerikanische Einfuhrprodukte wie Whiskey, Motorräder und Jeans. An der Börse sorgt dieser verbale Schlagabtausch für Unsicherheit und der deutsche Aktienindex DAX sank auf den niedrigsten Stand seit August 2017. Positiv ist, dass beide Seiten noch verhandlungsbereit sind und dies derzeit auch für Lösungsmöglichkeiten nutzen.

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Tendenz der Baufinanzierungszinsentwicklung:
kurzfristig: schwankend seitwärts
langfristig: steigend

Entwicklung Leitzins und Inflation

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Bauherren aufgepasst: Für KfW- und BAFA-Förderungen gelten einige Neuerungen

förderkredite

Bei Bauherren sind Förderungen der KfW-Bank und Zuschüsse des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sehr beliebt. Nun haben die KfW-Bank und das BAFA einige Bedingungen verändert, welche teilweise zum Nachteil für den Verbraucher sind. Im folgenden wird aufgezeigt, wie die Veränderungen bei der Finanzierungsplanung berücksichtigt werden sollten.

Einige ungünstige Veränderungen für Verbraucher
Ab dem 17. April 2018 wird der Zinssatz für ein KfW-Darlehen im KfW-Programm “153 – Energieeffizient Bauen“ nur noch für maximal 10 Jahre festgeschrieben. Die 20-jährigen Zinsbindungen, welche erst im Jahre 2016 eingeführt wurden, entfallen. Zudem halbiert die KfW die “bereitstellungsprovisionsfreie“ Zeit von 12 auf 6 Monate. Als Bauherr muss man nun nach einem halben Jahr auf nicht abgerufene Beträge Zinsen zahlen. Es empfiehlt sich daher, dass komplette Darlehen möglichst vor Ablauf dieser sechs Monate in Anspruch zu nehmen. Dadurch kann man die Bereitstellungszinsen von bis zu 250 Euro monatlich (0,25 Prozent von 100.000 Euro) zu vermeiden. Darüber hinaus können Kreditnehmer, die zur Sanierung einer Immobilie Fördermittel aus den Programmen “151/152 – Energieeffizient Sanieren“ einbinden, nach der neuen Regelungen keine Sondertilgungen mehr leisten. Weiterhin ist die Rückzahlung des gesamten Kreditbetrages ist innerhalb der ersten Zinsbindungsfrist nur noch gegen eine Vorfälligkeitsentschädigung möglich.

Baustandards der Zukunft

Verbände sehen Neuerungen kritisch
Die “Aktion pro Eigenheim“ kritisiert denn auch: “Konditionen für Bauherren werden schlechter.“ Die KfW selbst teilt auf Anfrage mit, dass diese Schritte mit hohen “Refinanzierungs- und Wiederanlagekosten für den Bund“ zusammenhingen. Das Bundeswirtschaftsministerium stelle jedes Jahr begrenzte Mittel zur Verfügung. Durch die hohen Begleitkosten reduziere sich “das verfügbare Budget für Zinsverbilligung und Tilgungszuschüsse“. Lange Zinsbindungen über 20 Jahre erschwerten der KfW die Kalkulation zusätzlich und erhöhten die Kosten. Laut dem Verband Privater Bauherren (VPB) sollten Bauherren abwägen, ob sich die Beantragung von KfW-Mitteln vor dem Hintergrund der dadurch meist höheren Baukosten tatsächlich rechne. In der Regel sei es notwendig, die geltende Energieeinsparverordnung (EnEV) deutlich zu unterbieten (Stichwort: KfW-Effizienzhaus).

Was für Darlehensnehmer unverändert bleibt
Da Kreditnehmer, so die KfW, “in erster Linie“ an Zinsverbilligungen und Zuschüssen interessiert seien und weniger an anderen Fördermerkmalen, lauten die guten Nachrichten: Der Förderhöchstbetrag von 100.000 Euro pro Wohneinheit bleibt unverändert. Und auch beim Tilgungszuschuss ändert sich nichts. Wer ein KfW-Effizienzhaus 55, 40 oder 40 Plus (inklusive Passivhaus) baut beziehungsweise kauft, erhält einen Nachlass von 5, 10 oder 15 Prozent des Kreditbetrages, also maximal 5.000, 10.000 oder 15.000 Euro.

Für aktuelle Finanzierungsprojekte ist Eile geboten
Alle bis zum 16. April 2018 eingehenden Anträge bei der KfW werden nach den noch aktuellen Förderbedingungen abgewickelt. In diesem Zusammenhang muss darauf hingewiesen werden, dass ein gewisser Vorlauf eingeplant werden sollte, etwa für die Zusammenstellung aller benötigten Unterlagen.
Als Bauherr sollte man sich auch fragen: Ist es letztlich günstiger, den häufig sehr niedrigen Zinssatz der KfW-Bank für 10 Jahre festzuschreiben und – bei Erfüllung der energetischen Voraussetzungen – den Tilgungszuschuss von bis zu 5.000, 10.000 oder 15.000 Euro zu erhalten? Oder sollte man lieber das immer noch günstige Zinsniveau dazu nutzen, ein konventionelles Annuitätendarlehen über 15 oder 20 Jahre mit hoher Anfangstilgung abzuschließen, um so auch eine langfristige Kalkulationssicherheit zu haben?

nachhaltige Modernisierung

Umstellungen auch bei BAFA-Förderungen
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat bereits zu Jahresbeginn 2018 Änderungen bei der Beantragung von Fördermitteln aus dem Programm “Heizen mit Erneuerbaren Energien“ im Rahmen des “Marktanreizprogrammes – MAP“ (Biomasse, Solarthermie, Wärmepumpen) eingeführt. Die Fördersätze selbst haben sich nicht geändert. Anträge müssen aber nun komplett digitalisiert auf der BAFA-Webseite ausgefüllt und abgeschickt werden. Lediglich die Bestätigung zur Wahrhaftigkeit aller Angaben wird nach wie vor klassisch ausgedruckt und unterschrieben per Post ans BAFA geschickt.
Neu bei der BAFA-Förderung ist auch, dass Anträge jetzt grundsätzlich vor Beginn des Vorhabens gestellt werden müssen. Das bedeutet für Bauherren, dass sie den Installateur erst nach Erteilung des Förderbescheids beauftragen dürfen. Davon ausgeschlossen sind nur Planungsleistungen, die laut einer BAFA-Mitteilung bereits vor Antragstellung erbracht werden dürfen. Für Heizungsanlagen, die 2017 in Auftrag gegeben wurden, aber erst 2018 in Betrieb genommen werden, ist eine nachträgliche Antragstellung bis spätestens 30. September 2018 möglich.

Laut Aussage des BAFA sei die Novellierung des MAP-Antragsverfahrens im Gesamtzusammenhang einer generellen Reform der Förderstrategie für Energieeffizienz und erneuerbare Energien des Bundeswirtschaftsministeriums zu sehen. Demnach würden die haushaltsbasierten Förderangebote schrittweise bis zum Jahr 2020 neu strukturiert.

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