Zinskommentar September 2013 – Korrektur oder Wende auf dem Zinsmarkt?

Auf den weltweiten Kapitalmärkten herrscht schon seit längerem ein Unwohlsein aus Unsicherheit. Seit 30 Jahren sinken die Zinsen stetig. Die Marktteilnehmer befürchten, dass sich hier keine Trendwende aufzeigt, sondern trotz kurzer Stabilisierung und sogar einem marginalen Aufwärtstrend im Bereich Kapitalmarktzinsen, keine deutlicher Besserung einstellen wird. Der unaufhaltsame Abwärtstrend bei der Rendite beschäftigt Investoren und Kreditnehmer gleichermaßen.

Die Notenbanken haben das Zinstief zu verantworten
Als Handlanger der Politik haben sich die Notenbanken gerade in Zeiten der Eurokrise keinen guten Ruf erarbeitet. Durch Aufkäufe von Staatsanleihen wurde das Zinsniveau so enorm gesenkt und nach unten gedrückt, dass eine Stabilisierung des Marktes für Kenner in weiter Ferne liegt. Auch die EZB, welche sich selbst als unabhängige Notenbank bezeichnet hat in der Vergangenheit bewiesen, dass auch sie nur ein Spielball der Politik ist und sich den aktuellen Forderungen die aus der Krise entstehen, stellen muss. Durch fehlende Handlungen in der Politik wird die Notenbank gezwungen, Schritte einzuleiten, die sich mit ihrem eigentlichen Mandat nicht kombinieren lassen. Der Leidtragende ist am Ende der Sparer, aber auch der Investor und der wirtschaftliche Markt an sich. Die Lage an den Anleihenmärkten in Krisenländern hat sich wohl beruhigt, ohne dabei aber eine höhere Verzinsung auf den Kapitalmärkten zu begünstigen. Durch ständiges Nachdrucken von Banknoten steigt die Inflation. Das Geld wird entwertet und ist praktisch nur noch eine Zahl auf dem Papier, hinter der keine wirtschaftliche Kraft steckt. Mit dieser Geldmarktpolitik wird sich der Kapitalmarkt nicht entspannen und wieder mit attraktiven Zinsen für Anleger und Investoren überzeugen.

Auf dem Immobilienmarkt ist eine lange Zinsbindung sinnvoll
Was Sparer und Investoren auf die Palme bringt, zeigt sich für Kreditnehmer vorteilhaft. In einem Vergleich der letzten 5 Jahre zeigte sich, dass die Bauzinsen, auch wenn sie derzeit im Anstieg sind, immer noch bei 50% der damaligen Bauzinsen liegen und sich so für den Kauf von Immobilien durchaus anbieten. Fakt ist aber auch, dass die Bauzinsen im Vergleich zum Zinssatz den die Bank bei der Notenbank erhält, enorm hoch angesetzt sind und in keiner wirklichen Übereinstimmung stehen. Verdienen tun ausschließlich die Banken, die Geld zu einem günstigen Zinssatz von unter 1% erhalten und die Möglichkeit außen vor lassen, diese günstigen Zinsen direkt an die Kreditnehmer zu übertragen. In der Baufinanzierung sollte eine Kalkulationssicherheit mit fester Zinsbindung gewählt werden, sodass die Tilgung im vereinbarten Rahmen stattfinden und sich eine schnellere Schuldenfreiheit durch nicht ansteigende Bauzinsen problemlos generieren lässt.

Tendenz:
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts


Werbung

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Momentan schaut es nicht so aus, als ob die Zinsen wieder ansteigen. Demnach macht es wirklich Sinn zu investieren und sich nach Wohneigentum um zusehen, um die niedrigen Zinsen ausnutzen zu können.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


*