Zinskommentar Januar 2012 – Das bestimmende Thema bleibt Europa

Die Schuldenkrise in Europa hat in 2011 die Zinslandschaft bestimmt und die Baugeldkunden mit extrem niedrigen Zinsen davon profitieren lassen. Um eine Eskalation dieser Krise zu vermeiden, hat die EZB den Leitzins Ende 2011 auf ein Prozent gesenkt und die Finanzmärkte mit billigem Geld versorgt. Diese Aktion sollte Vertrauen auf den Finanzmärkten schaffen und einer Kreditklemme entgegenwirken.

Europäische Zinslandschaft ist verschoben
Dem immensen Verkauf von Staatsanleihen aus Griechenland, Spanien und Portugal, stand eine wahre Kaufwelle deutscher Staatsanleihen gegenüber, da die Investoren in Deutschland das vermeintlich geringste Risiko in Europa sehen. Die Auswirkung der großen Nachfrage hatte zum Ergebnis, dass die zehnjährigen Staatsanleihen eine Rendite von unter zwei Prozent, und die einjährigen von nahezu null Prozent aufweisen. Investoren suchen sichere Häfen, um einen Verlust ihres Kapitals zu vermeiden. Dafür akzeptieren sie auch eine negative Realverzinsung, wenn man die Inflationsrate von rund 2,5 % einbezieht. Das führt zu einer europäischen Zinslandschaft, die nicht mit den ökonomischen Fundamentaldaten einher geht. Demnach sind die Zinsen in Deutschland zu niedrig.

Wie geht es weiter?
Es ist zu erwarten, dass die EZB das System mit frischem Geld am Leben erhält, was zu einer Verschiebung im Bereich der Staatsanleihen führen sollte. Danach dürfte Geld aus deutschen Anleihen abgezogen und wieder in andere Anleihen investiert werden. Das wird zu einer Zinsanpassung führen.
Daher ist in Deutschland mit steigenden Zinsen im mittel- und langfristigen Bereich zu rechnen.

Fazit
Für den Baugeldkunden bedeutet dies nun, dass er sich die aktuellen Zinsen sichern sollte, und zwar langfristig. Wenn die Zinsbindung noch läuft, sollte man sich das niedrige Zinsniveau mit einer Anschlussfinanzierung mit Forward-Darlehen sichern.

Zins-Tendenz
kurzfristig: aufwärts
mittelfristig: seitwärts

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