Zinskommentar Mai 2013 – Welche Auswirkungen der Leitzins von nur noch 0,5% auf die Baufinanzierung hat

Stetige Inflation und die Eurokrise in den Südländern haben dazu geführt, dass der Leitzins der EZB um weitere 0,25% gesenkt wurde. Die deutsche Politik mit Frau Merkel an der Spitze gilt als Befürworter des gesenkten Leitzins und gerät so in die Kritik der Wirtschaft. Mario Draghi hingegen weist den Druck der Politik von sich und distanziert sich davon, dass die Zinssenkung ein Produkt der Forderungen aus Deutschland und anderen nicht schwachen EU Staaten ist. Laut Informationen soll die EZB sogar dafür plädieren, das Liquiditätshaltung mit einem Strafzins bedacht wird. Banken freuen sich natürlich über den erneut gesenkten Leitzins und erhalten von der EZB Konditionen, die auf einem erkennbaren und noch nie dagewesenen Rekordtief angesiedelt sind. Die Kreditvergabe in den Südländern soll mit niedrigen Zinsen wieder in Gang gebracht und so ein wirtschaftlicher Aufschwung ermöglicht werden. Doch ob diese Theorie aufgeht oder die Wirtschaft noch schwächer wird, ist derzeit nicht erkennbar. Bekannt aber ist, dass die Banken ihre Zinsen an den Endverbraucher noch erhöht haben, obwohl sie selbst das Geld von der EZB zu äußerst niedrigen Konditionen erhalten.

Trotz niedrigem Leitzins höhere Kreditzinsen?
Die Politik sieht die Schuld bei der EZB , während diese die Schuld von sich weist. Durch eine hohe Arbeitslosigkeit und Inflation in den Krisenländern gehen die Preise für Immobilien zurück, Neueinrichtungen oder Anschaffungen sind nicht zu bewerkstelligen und wirken sich natürlich und sichtbar auf die Wirtschaft in den Krisenländern aus. Lauter werden die kritischen Stimmen zu Frau Merkel, die trotz mehrfacher Aufforderung nicht an ihrem Konzept und den Aussagen zur Sparpolitik für Krisenländern, sowie zur Sanierung von Staatsfinanzen festhält. Inwieweit sich der Rückhalt der Politik auch auf die deutsche Wirtschaft auswirkt und welchen Einfluss die niedrigen Leitzinsen auf Dauer ausüben werden, ist derzeit noch ungewiss. Es sieht danach aus, dass die Nullzins Politik der EZB die Sparmaßnahmen unnötig erscheinen und sie von der Agenda der Krisenländer nehmen lässt. Vor allem arbeitslose Bürger in den Krisenländern schimpfen über Sparmaßnahmen und fühlen sich in ihrer persönlichen Freiheit durch politische Strenge eingeschränkt.

Auswirkungen für Deutschland beim Immobilienkauf
Die Nullzins Politik zeichnet sich in Deutschland auf zwei verschiedenen Ebenen ab. Während Sparer um ihre Zinsen gebracht werden und enttäuscht reagieren, boomt der Markt für Immobilien mit rekordverdächtig günstigen Preisen. So werden auch vielerorts Immobilien angeschafft, die nicht als überlegter Kauf, sondern aufgrund enorm niedriger Konditionen und praktisch kaum Zinsen erfolgen. Bei 10-jährigen Pfandbriefsätzen von 1,6 Prozent sind die Hypothekenkredite auf einem historisch tiefem Niveau angelangt und bieten enorme Finanzierungsvorteile, wenn die Finanzierung langfristig ausgelegt wird. Es besteht jedoch die Gefahr, dass dadurch in den Euro-Kernländern die nächsten Immobilienblasen entstehen können. Künstlich tief gehaltene Zinsniveaus verleiten zu spekulativen Käufen und falschen Investitionen. Wenn in München oder Frankfurt inzwischen für Mehrfamilienhäuser oder Kapitalanlagewohnungen die 40-fache Jahresmiete bezahlt wird, so ist dies nur nachvollziehbar, wenn die Zinsen auf dem derzeitigen Niveau bleiben. Bei einer Normalisierung des Zinsniveaus würde der Multiplikator wieder Richtung der langfristigen Durchschnitte des 15-fachen gehen, wodurch erhebliche Preisrückgänge die Folge wären.

Tendenz:
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: seitwärts

 


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