Mit Forward-Darlehen auf dem falschen Fuß erwischt

In den letzten Jahren haben viele Immobilienbesitzer durch den Abschluss eines Forward-Darlehens hohe Verluste gemacht. Forward-Dalehen sind Kredite, mit denen der aktuelle Kreditzinssatz bis zu fünf Jahre vor Beendigung der Zinsbindungsfrist konstant gehalten wird und somit den Kreditinhaber vor steigenden Zinsen schützen. Entgegen aller Spekulationen sind die Zinsen für eine Baufinanzierung in den letzten Jahren aber nicht gestiegen sondern gesunken und dem zu Folge zahlen Immobilienbesitzer mit einem Forward-Darlehen heute höhere Zinsen als nötig. Bei einem Kreditabschluss im Juni 2009 betrug der Zinssatz 5,14 Prozent, heute ist dieser auf 3,16 gesunken, was bei einer Kreditsumme von 100.000 Euro Mehrkosten von fast 20.000 Euro entspricht.

Hintergründe der Zinsentwicklung
Selbst zu Beginn des Jahres 2011 lagen die Experten mit ihren Prognosen für einen Aufwärtstrend falsch und der Bauzins fiel weiter. Für diese Entwicklung ist die europiäsche Staatsschuldenkrise verantwortlich, durch welche der Zinssatz für deutsche Staatsanleihen sinkt, und daraus die Bauzinsen berechnet werden. Nun soll aber endgültig der Tiefpunkt erreicht sein, was zum jetztigen Zeitpunkt bei einem Abschluss eines Forward-Darlehens sicherlich mit Gewinnen verbunden ist. Immobilienbesitzer, die auf weiterhin sinkende Zinsen spekulieren, sollten den Markt aufmerksam beobachten, denn sowie sich eine Lösung für die Schuldenkrise in Europa findet, werden nicht nur die Zinsen für Forward-Darlehen sondern auch Hypothekendarlehen steigen. Bis Ende des Jahres rechnen Experten mit einem Anstieg um 0,3 Prozent. Dabei handelt es sich um den gleichen Wert, den die günstigsten Anbieter momentan für Forward-Darlehen für eine Reservierung des Zinssatzes fordern. Zu den jetztigen Konditionen bedeutet dies die Bindung an einen Zinssatz von 3,16 Prozent, der damit noch unter dem letzten Tiefstwert von 2010 liegt.

Aktuelle Lage
Für Immobilienbesitzer, die vor Jahren Kredite mit höheren Zinsen abgeschlossen haben, gibt es allerdings schlechte Nachrichten. Sie müssen ihr Darlehen trotz der Verluste weiterhin in Anspruch nehmen und selbst eine Kreditkündigung, welche die Bank nicht zwingend annehmen muss, würde sich auf Grund der hohen Vorfälligkeitsentschädigung nicht rentieren.

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