Auf ins eigene Zuhause – Die Politik will 2017 Immobilienkäufer unterstützen

neue finanzierungsregeln

Die Vorschläge der Parteien im „Superwahljahr 2017“ häufen sich, wie der Eigenheimerwerb erleichtert werden soll. Die Politik stellt dabei die Familien in den Fokus. Aus der Immobilienbranche kommt dagegen jedoch Kritik, da die Initiativen unzureichend sind und die tatsächlichen Kostentreiber ignoriert würden. Für Entlastung bei Häuslebauern dürften jedoch die nach wie vor günstigen Baugeldzinsen sorgen.

Immobilienbranche setzt auf neue Impulse durch die Regierung
Mit großer Spannung blickt die Immobilienwirtschaft auf das Wahljahr 2017. Im Zuge der Landtagswahlen im Saarland (am 26. März), in Schleswig-Holstein (7. Mai) und in Nordrhein-Westfalen (14. Mai) sowie der bevorstehenden Bundestagswahl (voraussichtlich am 24. September) erwarte die Branche, „dass neue Weichen für den Wohnungsbau gestellt werden“, sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD. Schick erklärt, was der Verband darunter versteht: „Der IVD erhofft sich von der neuen Bundesregierung eine aus gewogenere Immobilienpolitik, die nicht nur Mietschutz, sondern auch Maßnahmen zur Förderung von Wohneigentum umfasst.“

Angesichts des aufziehenden „Superwahljahrs“ bringen sich die Parteien in Stellung – und werben mit Vorschlägen, wie sie vor allem Familien zukünftig beim Eigenheimerwerb unterstützen möchten. Da wird mal die Einführung eines neuen sogenannten Baukindergeldes als zusätzliche Jahreszahlung gefordert (CDU), dann wieder ein nach Kinderzahl gestaffelter Eigenkapitalzuschuss für den Eigenheimerwerb in Ballungsräumen (SPD) oder eine Deckelung von Notarkosten und Gebühren für Grundbucheinträge (ebenfalls SPD).

Immobilienmarktexperten kritisieren jedoch die Initiativen als unzureichend. Diese zielten am eigentlichen Problem vorbei. Nach Auffassung des Eigentümerverbandes Haus & Grund Deutschland sei es der Staat selbst, der für finanzielle Hürden beim Erwerb von Wohneigentum sorge – etwa in Form von hohen sowie weiter steigenden Grunderwerbsteuersätzen. „Das Geld den Menschen erst zu nehmen und es dann über andere Wege wieder zu geben, ist ineffizient. Wirkungsvoller und ressourcensparender wäre es, wenn der Staat seinen Bürgern wieder mehr Entscheidungsspielräume gäbe. Dazu gehört auch, dass die Wahl zwischen Kauf oder Miete nicht von staatlichen Förderungen abhängig ist“, sagt Haus & Grund-Präsident Kai Warnecke.

in 12 Monaten ins eigene Heim

Kritiker bemängeln ineffiziente Umverteilung von Geldern
Nebenkosten verteuern den Immobilienerwerb in Deutschland zwischen rund 9 Prozent und mehr als 15 Prozent. Einen wesentlichen Posten bildet die Grunderwerbsteuer, die je nach Bundesland 3,5 Prozent bis 6,5 Prozent des Kaufpreises beträgt. Für die meisten Häuslebauer ebenfalls happig: die Notar- und Grundbuchkosten, die mit etwa 2 Prozent zu Buche schlagen.

Dass es auch günstiger geht, zeigt ein Blick über den Gartenzaun zu den Nachbarn. Etwa in den Niederlanden und in Großbritannien kämen Immobilienkäufer mit deutlich niedrigeren Nebenkosten ins Eigenheim, führt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) an. Vor diesem Hintergrund empfehlen die Wirtschaftsforscher der Bundesregierung, sich diese beiden Staaten zum Vorbild zu nehmen. Die Niederlande hätte etwa den Notar-Markt dereguliert: Die Notarkosten richteten sich nicht nach dem Kaufpreis. Zudem liege die Grunderwerbsteuer bei lediglich 2 Prozent. In Großbritannien wiederum gebe es eine gestaffelte Grunderwerbsteuer inklusive eines Freibetrags von 125.000 Pfund. Darüber hinaus fielen in diesen beiden Ländern die Kosten der Grundbucheintragungen deutlich geringer aus als in Deutschland. Generell sei es wichtig, ärmeren Haushalten die Tür zum Immobilienmarkt zu öffnen. IW-Immobilienökonom Michael Voigtländer betont: „Gerade in Zeiten niedriger Zinsen ist das Eigenheim eine gute Absicherung fürs Rentenalter.“

Baugeldkonditionen bleiben vorerst günstig
Nach Einschätzung von Marktbeobachtern bleiben die Baugeldkonditionen immerhin vorerst günstig und deshalb der Traum vom eigenen Zuhause für mehr Menschen als sonst realisierbar. Die Mehrheit der Anfang Januar 2017 von der Interhyp Gruppe befragten Geldmarktexperten geht von leicht steigenden Zinsen aus – vor allem im zweiten Halbjahr 2017 als Folge der erwarteten weiteren Zinsschritte der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) und einer voraussichtlich anziehenden Inflation in den USA. Doch der Anstieg dürfte nach Auffassung der Finanzmarktprofis durch die nach wie vor expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und durch politische Unsicherheiten wie den anstehenden Brexit-Antrag begrenzt werden. Egal, wie und wann sich die Politik nun entscheidet: Das Jahr 2017 dürfte für Immobilieninteressenten diverse Chancen bereithalten.

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Zinskommentar Januar 2017 – Inflationsrate nähert sich der EZB Prognose

baufinanzierung marktlage

Im November des vergangenen Jahres lag die Inflationsrate in Deutschland bei 0,8 Prozent und war weit entfernt vom angestrebten Wert der EBZ. Der Dezember brachte eine Veränderung und ließ den Wert auf 1,7 Prozent innerhalb Deutschlands und auf 1,1 Prozent in der gesamteuropäischen Betrachtung ansteigen. Die EZB selbst strebt einen Inflationswert von 2,0 Prozent an, was vom aktuellen Wert nicht mehr weit entfernt ist. Die aktuellen 1,7 Prozent sind der höchste Wert seit 2013 und könnten der Start in Richtung der 2,0 Prozentmarke sein.

Erhöhung der Verbraucherpreise und Auswirkungen der Teuerungsrate
Das statistische Bundesamt gibt bekannt, dass sich die Verbraucherpreise in 2016 um durchschnittlich 0,5 Prozent erhöht haben. Im gesamten Euroraum ist ein Anstieg von 0,6 Prozent auf insgesamt 1,0 zu beobachten. 2017 könnte für den Verbraucher teuer werden, denn Experten der Wirtschaft rechnen mit einer Verbraucherpreiserhöhung von 1,6 Prozent und so mit einer Steigerung, die eine spürbare Leere im Portemonnaie aller europäischen Bürger hinterlassen wird. Aktuell liegt noch ein Defizit zwischen der wirtschaftlichen Vorstellung und der Realität, dennoch ist die EZB bereits jetzt zufrieden und äußert sich positiv zu ihrem Ziel, durch die finanzpolitischen Maßnahmen eine Ankurbelung der Wirtschaft avisiert zu haben. Mit steigender Inflation geht eine Erhöhung der Immobilienzinsen einher, wodurch sich die Teuerung nachhaltig auf Kreditnehmer und Baufinazierer auswirkt. Eine Zinsanpassung für Baudarlehen ist zwingend notwendig.

Zinsentwicklung über ein Jahr

Energiepreise wirken sich auf die Inflation aus
Eine Basis der Inflationssteigerung sind die stetig ansteigenden Energiepreise. Öl exportierende Länder haben zum Ende des Jahres 2016 beschlossen, die Fördermengen zu drosseln und damit eine Verknappung herbeizuführen. Im selben Atemzug ist von einem Ausbau der Förderstätten die Rede und lenkt den Fokus auf höhere Gewinnaussichten. Bis zum Jahresbeginn 2016 sanken die Ölpreise aufgrund der Wirtschaftskrise und der damit verbundenen geringeren Nachfrage nach Öl stetig. Überkapazitäten leisteten einen weiteren Beitrag für die Preissenkung, die sich nun durch vermehrte Investitionen in eine Teuerung umgewandelt hat. Mario Draghi hält weiter an seinem Kurs fest und belässt den Leitzins auf dem Rekordtief, da Europa noch nicht in der wirtschaftlichen Position für eine Anhebung ist. Solange Schulden und eine hohe Arbeitslosenquote in Europa dominieren, sieht der EZB Chef von einer Anhebung des Leitzins ab und verfolgt die bisher betriebene Geldpolitik im gleichen Umfang ohne eine kleinste Veränderung.

Baufinanzierungszinsen gehen derzeit in einem kleinen Bereich hoch und runter
Die Baufinanzierungszinsen bewegen nach ihrem historischen Tiefstand von Anfang Oktober 2016 bis Mitte Dezember 2016 um 0,3 Prozentpunkte nach oben, um danach zum Jahreswechsel wieder leicht abzufallen. Das Zinsniveau ist weiterhin niedrig und ermöglicht somit weiterhin attraktive Konzepte für neue Baufinanzierungen und günstige Anschlussfinanzierungen.

Tendenz der Baufinanzierungszinsentwicklung:
kurzfristig: schwankend seitwärts
langfristig: steigend

Entwicklung Leitzins und Inflation

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Eine gute Anschlussfinanzierung – Warum sich auch im Niedrigzinsumfeld ein Vergleich rechnet

Volltilgerdarlehen

Viele Immobilienbesitzer versäumen Sparchancen, die sich im Zuge einer Anschlussfinanzierung bieten. Denn im Zuge einer Anschlussfinanzierung bieten sich zahlreiche Möglichkeiten zur Optimierung der Baufinanzierung. Nachfolgend werden fünf gängige Irrtümer dargelegt, vor denen man sich als Baufinanzierer durch eine kompetente Beratung bewahren sollte.

Fehler Nr. 1: Bei der Erstfinanzierung wird das Thema ausgeklammert
Angesichts des nach wie vor sehr niedrigen Zinsniveaus empfiehlt es sich, die Erstfinanzierung idealerweise so auszurichten, dass mit dem Ende der Sollzinsbindung ein Großteil des Darlehens getilgt und die Restschuld nur noch gering ist. Baufinanzierer sollten zudem eine Finanzierung wählen, die für sie auch bei einem eventuell höheren Zinsniveau funktioniert.

Baufinanzierungszinsen Entwicklung 2007 bis 2017

Fehler Nr. 2: Forward-Darlehen bleiben unberücksichtigt
Da zurzeit mehr Anzeichen dafür als dagegen sprechen, dass die Finanzierungsbedingungen günstig bleiben, kann es sich für Baufinanzierer rechnen, sich die gegenwärtigen Konditionen mithilfe eines Forward-Darlehens zu sichern. Welches Forward-Darlehen – ob etwa auch ein „echtes“ oder ein „unechtes“ – passt, hängt von der individuellen Zielsetzung des Baufinanzierers ab. Man sollte zum Beispiel wissen, warum bei „echtem“ und „unechtem“ Forward-Darlehen die Zinsbindungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten beginnen und enden und welche Auswirkungen das auf die jeweilige Finanzierungsplanung hat.

Fehler Nr. 3: Das erstbeste Angebot wird angenommen
Für eine bestehende Finanzierung, ist etwa ein bis zwei Jahre vor Ende der Zinsbindung in der Regel der ideale Zeitpunkt dafür, sich konkret mit dem Thema Anschlussfinanzierung zu beschäftigen. In dieser Phase kann man in Ruhe verschiedene Produkte vergleichen und das beste Angebot identifizieren. Den meisten Baufinanzierern ist aber häufig nicht bewusst, wie wichtig dieser Vorlauf ist, weil sie häufig nicht im Blick haben, dass sie spätestens fünf bis drei Monate vor Ende der Sollzinsbindung ein Prolongationsangebot des jeweiligen Darlehensgebers erhalten. Das müsste innerhalb von zwei Wochen angenommen werden. Nun fehlt aber die Zeit, sich mit möglichen Alternativen auseinanderzusetzen. Doch auch in Niedrigzinszeiten rechnet sich der Vergleich, weil schon ein geringfügig günstigerer Zinssatz bei der Anschlussfinanzierung zu einer Ersparnis von mehreren Tausend Euro führen kann.

Wohnungseigentümer sparen sich reich

Fehler Nr. 4: Die Finanzierungsstruktur bleibt unverändert
Eine gute Anschlussfinanzierung zeichnet sich aber nicht nur durch einen günstigeren Zinssatz aus. Vielmehr geht es darum, das bisherige Konzept zu überprüfen und die Finanzierungsstruktur an eine vielleicht veränderte Lebenssituation anzupassen. Bereits getilgte Darlehensanteile oder eine verbesserte Kreditwürdigkeit wirken sich positiv auf die neuen Konditionen aus und ermöglichen Einsparpotenziale. Die Chance, die Finanzierung anhand veränderter Rahmenbedingungen zu optimieren, sollte auch im Niedrigzinsumfeld genutzt werden.

Fehler Nr. 5: Die Tilgungsrate wird verringert
Einsparpotenziale bieten sich auch dadurch, dass man mögliche Zinsersparnisse direkt in die Rückzahlung des Darlehens investieren kann. So empfiehlt es sich, dass man bei der Anschlussfinanzierung die bisherige Rückzahlungsrate trotz geringer Zinsbelastung beibehalten und keinesfalls verringern sollte. Dadurch wird der Kredit schneller als geplant zurückgezahlt und man ist früher schuldenfrei.

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Mehr Geld für Bau, Kauf und Sanierung – Unterstützung der KfW für Immobilienbesitzer

KfW Förderprogramme

Im vergangenen Jahr 2016 hat die Förderung von Wohneigentümern durch die staatliche KfW-Bank einen neuen Höchststand erreicht. Die Programme bieten finanzielle Unterstützung bei der energetischen Sanierung, dem altersgerechten Umbau sowie dem Bau und Ersterwerb eines energieeffizienten Hauses. Welche Sparchancen sich für Verbraucher ergeben, sind nachfolgend zusammengefasst.

KfW-Förderung auf Rekordhöhe
Auf der einen Seite kämpfen Immobilieninteressenten mit steigenden Nebenkosten beim Bau und Kauf, zum Beispiel durch eine hohe Grunderwerbsteuer. Auf der anderen Seite bietet der Staat finanzielle Hilfestellungen: Allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2016 hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Häuslebauern, Immobilienkäufern und Wohneigentümern insgesamt 15,2 Milliarden Euro an Krediten und Zuschüssen für wohnwirtschaftliche Zwecke zugesagt – und damit 2,3 Milliarden Euro mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2015.

Etwas weniger Gelder hat die KfW allerdings bislang für den „Klassiker“ – für das KfW-Wohneigentumsprogramm (Fördernummern 124 und 134) – ausgereicht. Im Zuge des Programms, mit dem der Bau und Kauf von selbstgenutztem Wohneigentum unabhängig von der Energiebilanz gefördert wird, hat die KfW von Januar bis Ende September dieses Jahres 3,7 Milliarden Euro bereitgestellt. Das sind 0,5 Milliarden Euro weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

So bewerten Eigentümer den energetischen Zustand ihres Hauses

Mehr Geld für energieeffiziente Maßnahmen
Angesichts verschärfter energetischer Anforderungen entfällt im Jahr 2016 der größte Anteil auf die KfW-Programme energieeffizient Bauen sowie energieeffizient Sanieren (11,1 Milliarden Euro), mit denen Investitionen in den energetisch hochwertigen Neubau und die energieeffiziente Sanierung von Bestandsimmobilien unterstützt werden.

So vergab die KfW im Programm „Energieeffizient Bauen“ (Fördernummer 153) in den ersten drei Quartalen 2016 Kredite mit einem Gesamtvolumen von 7,7 Milliarden Euro und damit 2,1 Milliarden Euro mehr als im gleichen Zeitraum 2015. Die KfW verzeichnete somit bei der Förderung energieeffizienter Neubauten eine Zunahme von über 37 Prozent. Für die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien reichte die KfW im Programm „Energieeffizient Sanieren“ (Fördernummern 151, 152) mit 3,1 Milliarden Euro eine halbe Milliarde Euro mehr an Wohneigentümer aus als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch das Volumen der nicht zurückzuzahlenden Zuschüsse für die energieeffiziente Sanierung nahm in den ersten neun Monaten des Jahres 2016 deutlich zu: Es lag bei 273 Millionen Euro und hat sich somit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelt.

Die KfW fördert zudem Modernisierungsmaßnahmen, mit den Barrieren reduziert, der Wohnkomfort erhöht oder sogar der Einbruchschutz verbessert wird. Über das Programm „Altersgerecht Umbauen“ (Fördernummern 159 und 455) reichte sie von Januar bis Ende September 2016 Fördermittel in Höhe von insgesamt 0,4 Milliarden Euro aus, was einem Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Die Nachfrage nach einem Investitionszuschuss im Zuge des Produkts „Altersgerecht Umbauen“ war 2016 so groß, dass die Fördermittel aus dem Bundeshaushalt für das Programm „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss“ (Fördernummer 455) vor Jahresablauf bereits ausgeschöpft wurden und keine Anträge mehr für diesen Investitionszuschuss gestellt werden konnten. Ähnliche KfW-Förderprodukte stehen aber weiterhin zur Verfügung, so zum Beispiel die Zuschussförderung im Produkt „Altersgerecht Umbauen“ für Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz.

Was Modernisierung bringt

Rahmenkriterien können sich ändern
Bei der Einbindung von KfW-Darlehen und -Zuschüssen ist eine gute Beratung gefragt. Denn die meisten Eigentümer, bzw. Mieter wissen nicht, welche KfW-Förderprogramme für sie infrage kommen und welche Punkte sie bei der Antragstellung beachten müssen (etwa in Bezug auf Fristen und die eventuelle Prüfung des Förderungsgrunds durch einen Sachverständigen). Deshalb sollte eine fachliche Unterstützung in Anspruch genommen werden, da sich auch die Rahmenkriterien der KfW-Programme (etwa in Bezug auf Antragsberechtigung, Gegenstand der Förderung, Art und Höhe der Förderung sowie Antragsverfahren) immer mal wieder ändern können.

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Zinskommentar Dezember 2016 – Leitzinserhöhung der Fed und die Zusammenhänge auf die Bauzinsen

baufinanzierung marktlage

Vor den Präsidentschaftswahlen im November hielt sich die US-Notenbank Fed noch zurück und beließ es beim aktuell gültigen Leitzins. Doch am 14. Dezember 2016 war die Erhöhung von 0,25 Prozentpunkte und somit von 0,5 auf 0,75 Prozent der Kernpunkt aller Gespräche und Verhandlungen. Experten sehen in dieser Leitzinsanhebung den Start für einen Kurswechsel und gehen davon aus, dass sich im Jahr 2017 einige Veränderungen ergeben werden. Die Grundlagen dafür sind geschaffen, denn die Gefahr der Deflation ist gebannt und die Wirtschaft performt sich seit einiger Zeit solide. Auch das Lohnniveau und die Menge der Vollbeschäftigungen sind angestiegen, doch Janet Yellen spricht sich konstant gegen eine weitere Anhebung der Leitzinsen aus und möchte es vorübergehend bei den vorgenommenen 0,25 Prozentpunkten belassen. Doch Trump hat andere Pläne und sieht höhere Zinsen, vermehrte Investitionen und eine steigende Inflation als gegeben an. Somit dürfte der bisherige Kurs von Notenbank-Chefin Yellen wenig Bestand haben und sich unter der Regierung Trumps nicht länger durchsetzen können.

Die Frage aller Fragen: wie reagiert die EZB?
Bereits eine Woche vor der US-Notenbank tagte die EZB und ging bereits von einer Leitzinserhöhung in den USA aus. In Europa liegt der Leitzins noch immer bei 0,00 Prozent und viele Marktteilenehmer stellen sich die Frage, ob ein Nachzug der EZB auf der Agenda steht. Bisher sind laut neuesten Erkenntnissen keine Änderungen im Gespräch und auch der Einlagezins wird vorerst bei den aktuellen -0,4 Prozent verbleiben. Während die US-Notenbank Fed im Dezember 2015 eine Anhebung des Leitzins vornahm, reagierte die EZB eher konträr und senkte den damals bei 0,05 Prozent befindlichen Leitzins auf 0,00 Prozent. Die Handlung zeigt, dass sich die EZB nicht an der Fed orientiert und vollkommen unabhängig reagiert. Die Stärkung der Wirtschaft steht im Mittelpunkt und solange die zwei Prozent-Marke nicht geknackt ist, gilt eine Erhöhung der Leitzinsen hierzulande als unwahrscheinlich.

Zinsentwicklung über ein Jahr

Anstieg der Bauzinsen im Dezember
Auch wenn die Bauzinsen im Zusammenhang mit dem Leitzins stehen, wirken sich die Entscheidungen bereits vor der Verkündung einer Leitzins-Veränderung aus. Mit dem Gedanken an die Leitzinsanhebung durch die Fed erhöhten sich die Bauzinsen im europäischen Raum und sind heute teurer, als es noch im Oktober der Fall war. Die EZB hält weiter an Anleihekäufen fest und wird die monatlichen Käufe erst im April 2017 um monatlich 20 Milliarden Euro verringern, wodurch die zehnjährigen Bundesanleihen unter Druck geraten könnten. Die Bundesanleihen beeinflussen jedoch die Zinsen für Pfandbriefe. Weil die Baufinanzierungsinstitute ihre Baufinanzierungen vorwiegend über Pfandbriefe refinanzieren, werden die gestiegenen Kosten in Form von höheren Bauzinsen an den Kunden weitergegeben. Im Vergleich zum Vormonat sind die Bauzinsen beispielsweise bei einer zehnjähriger Zinsbindung im November 2016 um 0,16 Prozentpunkte von 0,79 auf 0,95 Prozent gestiegen. Bei den Verbraucherpreisen gab es ebenfalls im Vergleich zum Vorjahresmonat eine Erhöhung um 0,80 Prozentpunkte. In diesem Zusammenhang werden potenzielle Baufinanzierer nun entsprechend höhere Bauzinsen zu erwarten haben.

Ausblick für 2017: Bei den Bauzinsen keine generellen Überraschungen zu erwarten
Aus heutiger Sicht, ist damit zu rechnen, dass die EZB in 2017 ihren geldpolitischen Kurs beibehalten wird und der Leitzins bei null bleiben wird. Deshalb ist in den kommenden Monaten mit keinem größeren Anstieg der Bauzinsen zu rechnen, sondern es wird immer mal ein bisschen hoch und runtergehen, jedoch mit einem steigenden Trend. Panik ist nicht angebracht, auch wenn es mal ein kleines Stück nach oben geht, denn wir befinden uns bei den Bauzinsen weiter auf einem historisch niedrigen Niveau.

Tendenz der Baufinanzierungszinsentwicklung:
kurzfristig: leicht steigend
langfristig: steigend

Entwicklung Leitzins und Inflation

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Den Schimmelpilz nicht einladen

Schimmelbefall

In vielen Gebäuden entstehen gerade im Winter schwarze Schimmelflecken am Fenstersims oder in der Zimmerecke. Der Grund dafür können bauliche Mängel oder eine unzureichende Belüftung und/oder Beheizung sein, wodurch es zu einer hohen Luftfeuchtigkeit kommt. Mit einem Hygrometer kann man den Luftfeuchtigkeitswert messen und gut überwachen. Der Bundesverband Schimmelpilzsanierung (BSS) hat nun 8 digitale und 6 analoge Hygrometer verschiedener Preisklassen getestet.

Zu hohe Luftfeuchtigkeit kann gerade im Winter für schwarze Flecken sorgen
Schimmel ist unangenehm und gesundheitsschädlich. Im Winter wird der Pilz teilweise geradezu eingeladen, sich zu Hause breitzumachen. Wenn man beispielsweise durch falsches lüften für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Zimmer sorgt, bietet man dem schwarzen Geflechten perfekte Wachstumsbedingungen. Dies muss nicht sein, denn die Kontrolle der Luftfeuchtigkeit kann einfach mit einem Hygrometer vorgenommen werden. Dies sind kleine analoge oder digitale Geräte, mit denen die Werte im Haus gemessen und überwacht werden. Der Bundesverband Schimmelpilzsanierung (BSS) hat in einem Test verschiedene Geräte ein Jahr lang verglichen und ist zum Teil zu überraschenden Ergebnissen gekommen.

Haben Sie Schimmel in Ihren Wohnräumen?

Zu den Testsiegern gehören Geräte für unter zehn Euro
Die digitalen Modelle schnitten von den getesteten Geräten am besten ab. Beim Testsieger gab es lediglich eine Abweichung von maximal 0,4 Prozent und beim schlechtesten Gerät von 4,4 Prozent bei der relativen Feuchte. Die Abweichungen bei den digitalen Geräten ist somit so gering, dass sie irrelevant sind. Bei den analogen Geräten schnitt das Profigerät mit 2,9 Prozent Abweichung am besten ab. Bei den schlechtesten Modellen gab es Unterschiede von bis zu 17 Prozent. Die ist für die Praxis schon problematisch. Entscheidend für gute Messergebnisse bei den analogen Geräten ist eine richtige Kalibrierung. Da dies teilweise Fachwissen und auch Messgeräte erfordert, sind die digitalen Geräte bedenkenlos dem Verbraucher zu empfehlen.

Hier kommen Sie zum Testbericht

Luftfeuchtigkeit im Haus sollte nach Expertenansicht zwischen 40 und 60 Prozent liegen
Die Empfehlung vom Bundesverband Schimmelpilzsanierung (BSS) ist, dass im Winter bei geringen Außentemperaturen die Luftfeuchte weniger als 50 Prozent betragen sollte, 40 Prozent sind besser. Abweichende Werte auf einem Hygrometer von 10 bis 17 Prozent machen deshalb einen erheblichen Unterschied aus. Das Problem mit Schimmel ist aber nicht nur ein Winterthema, denn die Sporen von Schimmelpilzen befinden sich immer und überall in der Luft. Damit Schimmel wirklich gut wachsen kann, wird eine dauerhaft eine hohe Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent benötigt. Da die Luftfeuchtigkeit in einem Zimmer nicht an jeder Stelle gleich hoch ist, sollte man beachten, dass wenn beispielsweise Werte in der Raummitte von 24 Grad und einer relativen Luftfeuchte von 60 Prozent vorhanden sind, es an den kalten Außenwänden des Zimmers 20 Grad und eine höhere Luftfeuchte geben kann. Wird dann über längere Zeit nicht gut weggelüftet, kann Schimmel wachsen. Sichtbar wird dies im Winter vor allem an oberen Zimmerecken, wo sich die Luft trotz Lüftens grundsätzlich eher staut.

Hygrometer in der Raummitte aufzustellen
Durch die Bewegung der Luft erzielt man in der Raummitte die beste Relevanz. Wegen den leicht überschrittenen Hygrometer-Werten braucht man jedoch nicht in Panik zu verfallen. Experten gehen davon aus, dass Schimmel erst bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit über sechs Tage bei täglich sechs Stunden wächst. Wird also dauerhaft zu wenig lüftet, wird das Risiko des Schimmelbefalls relevant.

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Zinskommentar November 2016 – Trumps unverhoffter Wahlsieg und sein Einfluss auf die Zinsen in Deutschland

baufinanzierung marktlage

Unverhofft kommt oft, wie es im Fall des Wahlsieges von Donald Trump unverkennbar ist. Meinungsforscher stuften seinen Sieg über Clinton als unwahrscheinlich ein und gingen nicht davon aus, dass Trump mit seinen Parolen und seiner Meinung den Wahlkampf gewinnen würde. Sein Sieg blieb nicht ohne erste Reaktionen auf die Börse. Eine turbulente Performance ließ sich beobachten, die unterdes ein wenig Erholung erfuhr und nicht von dauerhafter Präsenz war. Auswirkungen im Detail können derzeit noch nicht aufgezeigt werden, da hier allein die Zeit entscheidet und Signale senden wird.

Fed hob Leitzins nicht an
Trump warf Fed Chefin Yellen vor, dass sie hinter Clinton stehe und die Zinsen aus diesem Grund niedrig hielte. Experten hingegen sind einheitlich der Meinung, dass Yellen den Wahlkampf nicht beeinflussen wollte und den Leitzins aus diesem Grund am 2. November unverändert beließ. Laut Trump sind die USA bereit für eine Zinserhöhung und er berichtete weiter, dass er Yellen mit Beginn seiner Amtszeit ihres Amtes entheben werde. Wird der Leitzins am 14. Dezember angehoben, auch wenn Trump noch nicht im Amt ist und Yellen nicht beeinflussen kann? Die Frage stellt sich und es ist nicht ausgeschlossen, dass eine Zinsanhebung noch in diesem Jahr erfolgt. Im Gegensatz zu Trump spricht die Notenbank Chefin von einer notwendigen Beruhigung der Märkte, ehe sie sich einer Zinsanhebung widmet und über die 0.5 Prozentmarke geht.

Zinsentwicklung über ein Jahr

Beobachtungen in Europa
Die konträre Entwicklung des europäischen Leitzins zur Fed lässt sich nicht von der Hand weisen. Seit März liegt dieser bei Null Prozent, ohne dass eine Anhebung aktuell zur Diskussion steht. Mario Draghi gab auch in der letzten EZB Sitzung keine deutliche Tendenz bekannt und sprach über die Beibehaltung des Status Quo. Vielleicht erfolgt die Weichenstellung im Dezember, wie aktuelle Stimmen verlautbaren lassen. Denn Fakt ist, dass die EZB die 2 Prozent Marke weiter im Augenmerk hat und nicht auf Dauer an der Null Prozent Zinspolitik festhalten und sie durchsetzen wird.

Verbraucherpreise und Rendite von Staatsanleihen und steigen leicht
Die Rendite der 10-jährigen deutschen Staatsanleihen ist Anfang Oktober leicht angestiegen. Die Staatsanleihen beeinflussen die Baufinanzierungszinsen ganz direkt. Denn wenn die Zinsen der Staatsanleihen steigen, erhöhen sich die Zinsen für Pfandbriefe und damit refinanzieren Banken häufig ihre Baudarlehen. Die gestiegenen Refinanzierungskosten geben die Banken dann in der Regel in Form von höheren Bauzinsen an die Darlehensnehmer weiter. Auch die Verbraucherpreise legten im Oktober um 0,8 Prozent erneut leicht zu.

Bei den Zinsen für Baufinanzierungen gibt es Bewegung nach oben
Seit langem wurden wieder steigende Zinsen von knapp 0,2 Prozentpunkten innerhalb von wenigen Tagen gesehen, wodurch sich die lang anhaltende Tendenz nach unten gestoppt wurde. Jedoch bleiben die Zinsen für Immobilienfinanzierungen weiterhin auf einem extrem günstigen Niveau. Blickt man 12 Monate zurück, haben sich die Zinsen fast halbiert. Ein Hauptauslöser für diesen Einbruch war der Brexit.

Tendenz der Baufinanzierungszinsentwicklung:
kurzfristig: leicht steigend
langfristig: steigend

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Baufinanzierung – Endspurt bei Kreditauszahlungen beachten

Hypothekenzinsen

Kurz vor Weihnachten noch schnell eine Kreditzusage oder -auszahlung bis Silvester bewirken? Dass ist schwierig bis unmöglich. Denn die meisten Banken schließen im Laufe des Dezembers ihre Bücher. Um Hektik und eventuell sogar dem Scheitern eines Vorhabens vorzubeugen, sollten Immobilienkredit-Interessenten rechtzeitig aktiv werden und einen extra Zeitpuffer einplanen. Erfahrungsgemäß gilt: Soll die Auszahlung des Darlehens bis Ende des Jahres erfolgen, endet die Einreichfrist bei der Mehrheit der Banken und Versicherungen Anfang Dezember.

Erfüllte Auszahlungsvoraussetzungen sind entscheidend
Damit das Geld jedoch tatsächlich vor dem Jahreswechsel ausgezahlt werden kann, müssen auch alle Auszahlungsvoraussetzungen erfüllt und zum beispielsweise die Grundschuld eingetragen sein. Wird die Kreditsumme oder ein Teil davon erst Anfang des nächsten Jahres benötigt, verlängert sich die Einreichfrist häufig bis Mitte Dezember. Speziell in Thüringen ist es im Jahr 2016 aus einem weiteren Grund empfehlenswert, rechtzeitig vor dem Jahreswechsel den Erwerb eines Grundstücks beziehungsweise Hauses unter Dach und Fach zu bringen. Denn Thüringen erhöht zum 1. Januar 2017 die Grunderwerbsteuer von 5 Prozent auf 6,5 Prozent. Wer also erst nach dem Jahreswechsel kauft, zahlt mehr Steuern. Zu berücksichtigen ist bei der zeitlichen Planung unter anderem die gesetzlich vorgeschriebene zweiwöchige Prüffrist bei Kaufverträgen. Der Notar muss dem Immobilienkäufer den Vertrag 14 Tage vor der Beurkundung aushändigen.

Niedrige Zinsen für Baugeld

Anschlussfinanzierung in Angriff nehmen
Weiterhin sind niedrige Zinsen für das Baugeld zu haben. Trotz teils steigender Immobilienpreise und höherer Kaufnebenkosten sind die durchschnittlichen Kreditraten annähernd konstant geblieben. Sind Sie bereits Darlehensnehmer, bieten sich gerade zum Ende des Jahres Sparchancen, beispielsweise wenn eine Anschlussfinanzierung ansteht. Bei zahlreichen Immobilienkrediten enden die Sollzinsbindungen jedes Jahr zum 31. Dezember. Häufig haben Kreditnehmer Finanzierungen, die ohnehin geplant waren, in ein laufendes Jahr vorgezogen, zum Beispiel, weil sich Rahmenbedingungen zum Jahreswechsel geändert haben. Die Kreditinstitute sind darauf eingestellt, dass vielfach die Sollzinsbindungen zum Ende eines Jahres auslaufen. Sie bieten deshalb in diesem Zeitraum häufig Sonderkonditionen für Anschlussfinanzierungen oder für Forward-Darlehen an. So gewähren sie Zinsabschläge oder verzichten auf Zinsaufschläge. Andere übernehmen wiederum Kosten einer Umschuldung, wie beispielsweise Notarkosten für die Abtretung oder Gebühren für die Umschreibung im Grundbuch.

Dabei geht es längst nicht nur um Einsparpotenziale durch günstigere Zinsen. Vielmehr bietet die Anschlussfinanzierung die Chance, die Finanzierungsstruktur an eine vielleicht veränderte Lebenssituation anzupassen sowie möglicherweise einen gestiegenen Objektwert, bereits getilgte Darlehensteile und eine verbesserte Kreditwürdigkeit in die Kalkulation einfließen zu lassen. Die Folge sind günstigere Konditionen und ein passgenaues Finanzierungskonzept.

Anschlussfinanzierung als Entschuldungsturbo

Chance der Sondertilgung nutzen
Darlehensnehmer sollten ihre jährliche Sondertilgungsoption prüfen. Häufig bezieht sich diese Sondertilgungsoption auf das Kalenderjahr und muss bis zum 31. Dezember geleistet werden, sonst verfällt sie für dieses Jahr.

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Zinskommentar Oktober 2016 – Keine FED-Leitzins Erhöhung – alles bleibt wie gehabt

baufinanzierung marktlage

In den letzten Wochen war die Anspannung an den US-Börsen deutlich spürbar, auch wenn die meisten Experten von einer eher vorsichtigen Handlung der US-Notenbank Chefin ausging. Eine Vertagung der Leitzins-Anhebung war aber durchaus im Gespräch. Doch der Leitzins verändert sich nicht und bleibt aktuell auf dem Level wie bisher. Somit fanden die Marktteilnehmer mit dem Fokus auf die expansive Geldpolitik Gehör, auch wenn die Stagnation eher auf die Inflationsrate und die unsichere Lage am Arbeitsmarkt fokussiert. Schon in der Vergangenheit musste Yellen den Kurs zweimal senken, da die Konjunkturerwartungen nicht eintragen und nur eine nach unten erfolgende Korrektur des Leitzins angemessen schien.

Ein Zinsschritt der FED wird jedoch noch dieses Jahr erwartet
Hingegen berichten amerikanische Medien von einem größeren Wachstum der Wirtschaft, obwohl die Unsicherheit im Hinblick auf den Präsidentschaftswahlkampf eher das Gegenteil vermuten ließe. Dieses Argument ist nun nicht mehr präsent und Yellen äußerte sich weiter, dass der Ankauf von Unternehmensanleihen zum Thema des amerikanischen Marktes werden könnte. Die EZB nutzt diese Maßnahme schon seit Juni und pumpt damit Geld in die Märkte. Was in Europa einfach erscheint, bedarf auf dem amerikanischen Markt allerdings einer Änderung der Gesetzgebung.

Zinsentwicklung über ein Jahr

Verbraucherpreise in Deutschland steigen rasant
Der September brachte in Deutschland eine Steigerung der Inflationsrate auf 0,7 Prozent mit sich und zeigte sich so mit einem Anstieg um 0,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat. Auch im Vergleich zum September des vorigen Jahres lässt sich ein höheres Inflationsniveau erkennen. Die Entwicklung ist zaghaft, wird aber von Experten durchaus als Frucht der expansiven Geldpolitik der EZB gewertet. Im Kreislauf aus geringem Leitzins und günstigen Krediten, der Unterstützung der Wirtschaft und mehr Geld im Umlauf bringt eine Inflationssteigerung mit sich. Der Zielwert der EZB liegt bei erwarteten 2 Prozent.

Bundesanleihen entwickeln sich interessant
Laut Spekulationen von Anfang Oktober plant die EZB den Austritt aus Käufen von Bundesanleihen. Von der EZB selbst wurden die Gerüchte dementiert, doch die Unsicherheit auf dem Markt lässt sich nicht vollständig ausräumen. Wäre dies der Fall, würde der sukzessive Rückzug mit einer Anhebung der Bauzinsen einhergehen und so die aktuell günstigen Möglichkeiten zur Finanzierung von Eigenheimen verteuern und für viele Verbraucher unattraktiv machen.

Baufinanzierungszinsen weiterhin sehr günstig
Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen hat sich im September erstmals seit dem Juli wieder in den positiven Bereich entwickelt. Sie datieren derzeit jedoch wieder im negativen Bereich, wodurch niedrige Bauzinsen begünstigt werden. Das hat zur Folge, dass Baufinanzierer nochmals günstigere Zinsen vor finden, die ein erneutes Allzeittief markieren.

Tendenz der Baufinanzierungszinsentwicklung:
kurzfristig: leicht steigend
langfristig: steigend

Entwicklung Leitzins und Inflation

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Bei Gefälligkeiten – Wann droht Ärger wegen Schwarzarbeit?

Wenn man sich beim Renovieren oder Bauen helfen lässt, dann sollte man darauf achten, dass man sich nicht wegen Schwarzarbeit strafbar macht. Ein wichtiger Punkt ist, wie viel gezahlt wird. Bei einem „geringes Entgelt“ ist nichts einzuwenden. Geht es jedoch über die Hilfsbereitschaft hinaus und es wird beispielsweise regelmäßig mitgeholfen, kann sehr schnell eine Gewinnerzielungsabsicht unterstellt werden, was Ärger mit Schwarzarbeit einbringen kann.

Als Bauherr sollte man Vorsicht walten lassen, damit Gefälligkeiten keine Schwarzarbeit sind
Ein Gartenhäuschen bauen, eine Wohnungsrenovierung durchführen oder vielleicht sogar ein ganzes Haus erstellen, dass ist meist alles gar nicht alleine zu bewerkstelligen. Wenn nun Freunde, Nachbarn oder Kollegen mithelfen, kann die Frage aufkommen: Wann droht Ärger mit Schwarzarbeit?

Der Gesetzgeber hat im Paragraf 1 des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes klar definiert, was Schwarzarbeit ist:

  • ein Auftraggeber lässt Arbeiten durchführen und führt Sozialabgaben nicht ab
  • ein Auftragnehmer versteuert die Einkünfte nicht
  • ein Bezieher von Arbeitslosengeld oder anderen Sozialleistungen meldet den Job nicht bei der Behörde
  • ein Gewerbe wird nicht angemeldet oder nicht in die Handwerksrolle eingetragen

Ein Verstoß gegen das Gesetz kann mit einem Bußgeld bis zu 300.000 Euro geahndet werden.

Welche der folgenden gesetzeswidrigen Dinge haben Sie schon einmal getan?

Aber auch Ausnahmen sind geregelt worden, bei denen es sich ausdrücklich nicht um Schwarzarbeit handelt:

  • Mitarbeit von Angehörigen oder Lebenspartnern
  • Gefälligkeiten
  • Nachbarschaftshilfe
  • Selbsthilfe beim Hausbau

Die Voraussetzung dabei ist, es handelt sich um „nicht nachhaltig auf Gewinn gerichtete Dienst- oder Werkleistungen“. Dazu zählt auch „eine Tätigkeit, die gegen geringes Entgelt erbracht wird“.
Wenn man sich also bei der Wohnungsrenovierung helfen lässt, kann man beispielsweise den Helfern aus dem Kollegenkreis durchaus etwas dafür bezahlen, ohne dass es sich gleich um Schwarzarbeit handelt. Es darf für die Helfer aber nicht der Gewinn im Vordergrund stehen, sondern die Hilfsbereitschaft. Ein Punkt dabei ist, ob die Arbeit durch die Helfer regelmäßig gemacht wird, zum Beispiel jedes Wochenende. Auf der anderen Seite ist es wichtig, wie viel für die Arbeit gezahlt wird, denn was ein „geringes Entgelt“ ist, wurde vom Gesetzgeber leider nicht geregelt. Unter Experten geht man davon aus, dass „maßgeblich das Verhältnis zur Leistung und zum Preis, der sonst auf dem Markt für diese Arbeit gezahlt wird“ als Grundlage angesehen werden sollte. Beispielsweise dürften 10 Euro pro Stunde für einfache Garten- oder Reinigungsarbeiten schon zu viel sein, jedoch können 10 Euro pro Stunde für eine komplizierte Küchenmontage noch als geringes Entgelt angesehen werden.

Bei der sogenannten Selbsthilfe rund um Wohnungsbau kommt es auf die Gegenseitigkeit an. Wenn der Fliesenleger aus der Nachbarschaft oder aus dem Sportverein die Badarbeiten übernimmt, kann sich der Elektriker dafür mit ordentlichen Anschlüssen bedanken. Es darf in diesen Fällen aber kein Geld fließen, damit die Tätigkeit als Selbsthilfe gilt.

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